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    <title xml:lang="en">Letter from Helga and Walter Helft to Alfred and Käte Speier, August 24, 1944</title>
<principal xml:id="bd">Dotan, Lisabeth</principal>
<principal>Kohen, Ari</principal>
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<resp>Transcription and encoding</resp>
<name xml:id="lkw">Weakly, Laura K.</name>
<name xml:id="jth">Thurnwalder, Jan</name>    
<name xml:id="ara">Anderson, Antje R.</name>
    
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<date>2025</date>
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<authority>Nebraska Stories of Humanity</authority>
<publisher>University of Nebraska-Lincoln</publisher>
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<name>Center for Digital Research in the Humanities</name>
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<addrLine>319 Love Library</addrLine>
<addrLine>University of Nebraska–Lincoln</addrLine>
<addrLine>Lincoln, NE 68588-4100</addrLine>
<addrLine>cdrh@unl.edu</addrLine>
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<licence>http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/</licence>
<p>Licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 Unported License. Derivatives must be credited to Nebraska Stories of Humanity, made available non-commercially, and distributed under the same terms. Requests for permission for commercial publication or other use should be emailed to the project team.</p>
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    <title level="m">Letter from Helga and Walter Helft to Alfred and Käte Speier, August 24, 1944</title>
<date when="1944-08-24">August 24, 1944</date>
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<repository>Archives &amp; Special Collections, University of Nebraska-Lincoln Libraries</repository>
<collection>Rosenberg Family Papers, MS 0638</collection>
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<language ident="en">English</language>
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<term>Stories</term>
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<keywords scheme="original" n="subtype">
<term>Hanna Rosenberg Gradwohl</term>
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<keywords scheme="viaf" n="people">
<term>Helft, Evelyn</term><!--younger daughter, for name see enclosed photographs-->
<term>Helft, Ines (Inele)</term><!--older daughter, for name see enclosed photographs-->
<term>Helft</term><!--Magdeburg relatives of the correspondents?-->
<term>Saus</term><!--possible mutual acquaintance from Magdeburg-->
<term>Haase</term><!--married a member of the Blüth family in Chile-->
<term>Blüth</term><!--Blüths who emigrated to Chile-->
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<term>Magdeburg, Germany</term>
<term>Porto Montt, Chile</term>
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<persName>Helft, Helga</persName>
<persName>Helft, Walter</persName>
<placeName>Santiago, Chile</placeName>
<date type="dateline" when="1944-08-24"/>
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<persName>Speier, Alfred</persName>
<persName>Speier, Käte</persName>
<placeName>Lincoln, Nebraska</placeName>
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<div1 xml:lang="de" type="letter" >
    
<div2>
    
    <pb facs="soh.sto005.00952.002"/>
    
    <opener><salute>Meine Lieben!</salute></opener>   
    <p>Da mein Farbband der Schreibmaschine sehr zu
        abgenutzt ist, sende ich diesmal nur viele Grüsse und
        wünsche "Gut Jahr"
        </p>
    <closer><salute>Euer</salute><signed>Walter</signed></closer>   

</div2>
    
    <div2>
 

    <opener>
        <dateline><date when="1944-08-24">Santiago, den 24. August 1944.</date></dateline>
        <salute>Meine Lieben!</salute>
    </opener>
                            
<p>Eigentlich seid Ihr ja daran zu schreiben, wir wollen es aber
nicht so genau nehmen, weil der Brief zu den Feiertagen
bei Euch eintrudeln soll.</p>
        
        <p>Bei uns ist jetzt G.s.d. alles wieder gesund und munter.
Evelyn war sehr krank, sie hatte erst eine starke Grippe und
dann Mittelohrentzündung, die aber G.s.d. allein aufging.
Da hatten wir schwere Zeit mit der Kleinen.</p>
        
        <p>Seit Montag geht unser <unclear>Inele</unclear> in den Kindergarten, das
ist hier die sogenannte Vorschule, wo sie schon lesen
und schreiben lernen. Sie ist noch nicht einmal 5 1/2 Jahre
und muss schon den ganzen Tag über in die Schule gehen
von 1/2 10 - 1/2 12 + 2 - 1/2 5 Uhr. 2 mal die Woche hat sie noch
rhytmische Gymnastik, so seht Ihr, dass der kleine
Wurm sehr beschäftigt ist und dadurch die ganze Familie
 – denn sie muss noch hingebracht und abgeholt
 werden.</p>
        
        <p>Walter ist bisher gesund und munter gewesen, nur heute fühlt
er sich nicht genug wohl - wahrscheinlich hat er sich etwas
erkältet.</p>
        
        <p>Das Wetter ändert sich hier täglich, ein Tag ist heiss, der
andere kalt. Vor 14 Tagen war eine fürchterliche Unwetterkatastrophe 
hier, die reine Sindflut - das ist man
in Chile garnicht gewöhnt. Wir sassen G.s.d. warm 
und trocken und lasen den nächsten Tag erst die <unclear>Schäden</unclear>
        
            <pb facs="soh.sto005.00952.003"/>
            

in der Zeitung. Es ware grosse Lawinenstürze und Wasserschäden#8212;
viele Menschen kamen leider dabei ums Leben.
Sonst geht bei uns alles seinen alten Gang. Wir arbeiten
essen und trinken, haben Freude an den Kindern und ab und
zu Geselligkeit. Viel Zeit bleibt einem Wochentags dazu nicht, denn
man arbeitet bis spät und isst dann erst Abendbrot.</p>
        
        <p>Jetzt sieht es ja so aus, als wenn der Krieg einmal sein Ende nehmen
würde. Es wäre ja uns zu wünschen. Was wird aus
Mutter geworden <del>(gw)</del>sein? Es ist schrecklich so ganz ungewiss zu
sein.</p>
        
        <p>Meinen l. Eltern geht es auch ganz gut. d.h. mein Vater hat
etwas zu hohen Blutdruck, da muss er strenge Diät halten.
Ja, jeder wird einmal älter#8212;wir merken es so recht am
Wachsen unserer 2 Puppen. Ich lege Euch ein Bild mit ein,
d.h. 2, eins von <del type="strikethrough">(Evelyn)</del> Evelyn allein, das andere
beide zusammen, da ist aber die Kleine so schlecht
getroffen, solch einen breiten Mund hat sie G.s.d. nicht
sondern ein besonders kleines Schnäbelchen. Sie redet
aber damit den ganzen Tag und singt spanisch, deutsch
ganz reizend.</p>
        
            <p>Ines ist gross, ein erwachsener Mensch, die heute schon
mehr im Haushalt kann, wie manche verheiratete 
Frau. Sie räumt auf, wäscht ab, putzt Gemüse
deckt den Tisch, bemuttert das kleine Schwesterchen,
ja es macht Spass zwei Mädchen zu haben.
</p>

    <p>Euer Enkelchen ist ja nun schon viel grösser und wird
bestimmt gut angeleitet sein durch Mutter und Grossmutter.
Ausserdem ist auch noch eine Tante da&#8212;also 3 Frauen
leiten sie an <del>(du muss.)</del> Ich werde öfter gestört beim Schreiben,
darum müsst Ihr entschuldigen, dass ich mich so oft
verschreibe oder besonderen Blödsinn verzapfe, aber
Ihr kennt doch Walters Temperament, er läuft
noch ebenso herum und erzählt, wie früher.</p>
        
        <p>Ich hoffe Euch alle gesund und munter. An Arbeit
mangelt es Euch ja auch nie&#8212;man merkts, denn
den Brief vom 19./3. den wir an Euch geschrieben haben,
habt Ihr ja bis heute noch nicht beantwortet.
Wir haben aber Hoffung, dass bis zu den Feiertagen
noch eine Nachricht von Euch kommen wird.
Eure Verwandten Blüth haben wir noch nicht gesehen,
aber von ihnen gehört. Eine Tochter war plötzlich Witwe
geworden in Santiago, hat sich aber bald darauf wieder
verheiratet mit einem Herrn Dr. Haase nach Pto. 
Montt.</p>
        
    <p>Kanntest du, Alfred, vielleicht einen Herrn Saus, er
lebte viele Jahre in Magdeburg, war Prokurist bei
einem Warenhaus und lernte als junger Mann bei
bei Helft, Schmiedgasse. Wir sind mit dieser Familie
befreundet, es sind sehr sympathische Menschen.
</p>

        <pb facs="soh.sto005.00952.004"/>
        
<p>Wir haben jetzt Frühling hier, der leider nicht lange dauert.
Es ist kaum ein Übergang von Winter zum Sommer.
Aber schön ist es doch&#8212;heute ist noch Winter und
in 2 Tagen ist alles in Blüte und sommerlich.
Es ist ein gesegnetes Land, wo es alles gibt. Ein
Paradies in Früchten, Blumen, Fischen. Jetzt ist noch
alles sehr, sehr teuer hier&#8212;wahrscheinlich bei Euch
nicht minder.</p>
        
        <p>Dieses Jahr fallen die Feiertage sehr gut. Am 18. September
bis 20. sind die offizielle Staatsfeiertage&#8212;die
grössten des Jahres, da wird immer nur 3 Tage gefeiert
und gefeiert bei allen Menschen, so haben
wir dieses Jahr auch etwas zu feiern!</p>

        <p>Zum bevorstehenden Jahreswechsel sende ich Euch, auch in Namen von Walter, den
Kindern meine innigsten Wünsche&#8212;möge
das neue Jahr uns nur Gutes bringen, 
hauptsächlich Frieden, Ruhe und Gesundheit.</p>
        
        <p>Erlebt die Tage recht angenehm und betet
Euch alles Gute aus.</p>
        
        <closer>
            <salute xml:lang="hebrew">שנה תובה, שנה שיקתה</salute>
            <salute>Seid herzlichst gegrüsst von
            Eurer</salute>
            <signed><unclear>Helga</unclear></signed>
        </closer>

    </div2>

<div2>
    <pb facs="soh.sto005.00952.001"/>

<ab>6099 6099<lb/>
La Economica<lb/>
CASILLA 3013
<lb/>SANTIAGO </ab>

<ab>       <address><addrLine>Mr.</addrLine>
                <addrLine>Alfred Speier</addrLine>
                <addrLine>1545-B Street</addrLine>               
 <addrLine>LINCOLN (Nebraska)</addrLine>
                <addrLine>EE.UU.</addrLine></address>
</ab>
</div2>

</div1>

<div1 xml:lang="en" type="letter" >


    <div2>

        <pb/>
     
        <opener><salute>My dears!</salute></opener> 

        <p>Since my typewriter ribbon is very
        worn out, this time I'll just send many greetings and
        wish you a "Happy New Year"</p>

        <closer><salute>Your </salute><signed>Walter</signed></closer>  
    </div2>
    
    <div2>
        
        <opener><dateline>Santiago, August 24, 1944.</dateline>
            <salute>My dears,</salute></opener>

<p>It should actually be your turn to write us, but we don't want to
be too strict about this, because our letter needs to arrive
in time for the holidays.</p>
        
        <p>Here, everyone is happy and healthy again, thank God.
Evelyn was very ill; first she had a bad case of the flu and
then an ear infection, but thank God that went away on its own.
We had a hard time with the little one.</p>
        
        <p>Since Monday, our <unclear>Inele</unclear> has been going to kindergarten, which
is what they call preschool here, where they already learn to read
and write. She is not even 5 1/2 years old
and already has to go to school all day
from 9:30 am&#8211;11:30 am and again from 2 pm&#8211;4:30 pm. Twice a week she also has
rhythmic gymnastics, so you can see that the little
one is very busy and so is the whole family
&#8212;because she has to be taken there and picked up.</p>
        
        <p>Walter has been healthy so far, but today he
isn't feeling well&#8212;he probably has a slight cold.</p>
        
        <p>The weather changes here every day, one day is hot, the
next is cold. Two weeks ago, there was a terrible storm disaster 
here, it was like the Flood&#8212;something
we're not used to in Chile. We were warm and dry, thank God, and and only read of the <unclear>damage</unclear> the next day

<pb/>
            
in the papers. There were avalanche-like mudslides and water damage 
&#8212;sadly, many people lost their lives.
Otherwise, everything is the same as usual for us. We work,
eat, and drink, enjoy our children, and occasionally
socialize. There isn't much time for that on weekdays, because
we work until late and then have dinner.</p>
        
        <p>Now it looks as if the war might come to an end.
We all deserve this. What will have become of
Mother? To know absolutely no thing is so awful.</p>
        
        <p>My dear parents are doing quite well, all told, although my father has
slightly high blood pressure, so he has to follow a strict diet.
Yes, everyone is getting older&#8212;we are noticing it most clearly seeing our two babydolls grow. I am enclosing a picture,
or rather two, one of Evelyn alone and the other
of both of them together, but that one didn't capture the little one very well; she doesn't have 
such a wide mouth, thank God, but instead a particularly small little beak. But she uses it to talk
all day long and to sing in Spanish and German very charmingly.</p>
        
        <p>Ines is tall, a grownup who can already do
more around the house than some married women; she tidies up, washes dishes, cleans vegetables,
sets the table, mothers her little sister; well, it's fun to have two little girls.</p>

<p>Your little grandchild is also much bigger now and I'm sure 
she gets great training from her mother and grandmother.
There is also an aunt&#8212;so three women
are guiding her <del>(you <unclear>must</unclear>)</del>. I often get interrupted while writing,
so please excuse me for making so many mistakes
or writing utter nonsense, but you know all about Walter's temperament, he still runs around and talks and talks,
just like he used to.</p>
        
        <p>I hope you are all happy and healthy. Work
is never in short supply for you either&#8212;I can tell, because
you have not yet replied to the letter we wrote to you on March 19. But we hope that by the time of the holidays, 
we will have received news from you. We have not yet seen your relatives, the Blüths,
but we did hear from them. One daughter unexpectedly became a widow in Santiago, but soon afterwards, she remarried
a Dr. Haase in Porto Montt.</p>
        
        <p>Alfred, did you know a Mr. Saus, who
lived in Magdeburg for many years, was an authorized agent at
a department store, and as a young man apprenticed at Helft's, Schmiedgasse? We are friends with this family;
they are very nice people.</p>

     <pb/>

<p>It's spring here now, but unfortunately it doesn't last long.
There is hardly any transition from winter to summer. But it's still beautiful&#8212;today it's winter and in two days everything will be in summertime bloom.
It is a blessed land which has everything. A paradise of fruit, flowers, fish. At this time, everything is still
very, very expensive here&#8212;although it's probably just as bad for you.</p>
        
        <p>This year, the holidays are coming at a great time. From September 18 
to 20, the official national holidays are held&#8212;the
biggest of the year, when everyone parties on and on for three days straight, so
we, too, have something to celebrate this year!</p>
        
        <p>For the upcoming New Year I send you, also on behalf of Walter and my children my most sincere well wishes. 
May the new year bring us only good things, especially peace, calm, and health.</p>
        
        <p>Enjoy the holidays and pray for all good things.</p>

<closer>
    <salute xml:lang="hebrew">שנה תובה, שנה שיקתה<ref target="#soh.sto005.00952.n01">1</ref></salute>
    <salute>Warm regards from your</salute>
    <signed><unclear>Helga</unclear></signed>
</closer>

    </div2>
</div1>
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<back>
    <note xml:id="soh.sto005.00952.n01">1. Hebrew New Year's greeting with minor incorrect spelling. Rosh Hashana, the Jewish New Year, fell on fell on September 17-19, 1944.</note>
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