Letter from A. Dana Hodgon, August 27, 1936
- Date
- August 27, 1936
- Creator
- Hodgon, A. Dana
- Format
- letter
- Category
- Stories
- Subcategory
- Hanna Rosenberg Gradwohl
- Places
- Berlin, Germany
- Data URI
- soh.sto005.00241.xml
- Sender(s)
- Hodgon, A. Dana
- Sent from
- Berlin, Germany
Bei Beantw. anzugeben.
ADH/LL
AMERIKANISCHES GENERALKONSULAT
Berlin W. 9. den 27. August, 1936 Herrn: Alfred Speier und FamilieFrau :
Frl. :
Unter Bezugnahme auf Ihren Wunsch, nach den Vereinigten Staaten auszuwandern, wird Ihnen mitgeteilt, dass das General- konsulat bereit ist, Ihren formellen Visumantrag entgegenzu- nehmen; jedoch muss Ihnen diesbezueglich Folgendes zur Kenntnis gebracht werden:
Seit laengerer Zeit besteht in den Vereinigten Staaten eine weitverbreitete Arbeitslosigkeit und eine sich daraus ergebende Schwierigkeit, eine Anstellung zu bekommen und zu behalten. Nach den besthenden Einwanderungsgesetzen muss ein Einwanderungsvisum verweigert werden, wenn der Unterhalt der antragstellenden Person nach Ankunft in den Vereinigten Staaten Nicht genuegend gesichert ist, da angesichts der herrschenden Arbeitslosigkeit nicht angenommen werden kann, dass der Ein- wanderer in der Lage sein wird, seinen Unterhalt durch eigene Arbeit zu sichern.
Es ist einem grossen Prozentsatz derjenigen, die seit Einsetzen der wirtschaftlichen Depression einen Antrag gestellt haben, das Visum verweigert worden, da sie nicht beweisen konnten, dass nach ihrer Ankunft in den Vereinigten Staaten ihr Unterhalt gewaehrleistet ist. Dieser Umstand wird den Einwanderern zur Kenntnis gebracht, um ihnen eventuell un- noetige Unkosten in Verbindung mit einer persoenlichen Vor- sprache im hiesigen Generalkonsulat zu ersparen.
Wenn Sie ungeachtet der oben erwaehnten Umstaende einen Antrag stellen wollen, so koennen Sie am 11 . September, 1936 von 9 bis 11 Uhr unter Vorlage der auf beiliegendem Zettel "Zur Visumerteilung Erforderlichen Dokumente" aufgezaehlten Papiere und des ordnungsgemaess ausgefuellten Eintragungsfor- mulars hier vorsprechen. Bei diesem Besuch sollten Sie ebenfalls saemtliche Unterlagen und Beweismittel betreffs Ihres Unterhalts in den Vereinigten Staaten mitbringen (siehe beiliegende An- weisungen hierueber). Wenn ausreichende Beweismittel hinsicht- lich des Unterhalts nicht beigebracht werden, kann das Visum nicht erteilt werden.
Bei der Visumantragstellung im Generalkonsulat wird eine aerztliche Untersuchung durch den dem Generalkonsulat zuge- teilten amerikanisehen Regierungsarzt vorgenommen. Jede einzelne Person (auch kleine Kinder) muss bei der Bewerbung um das Visum im Generalkonsulat erscheinen. Da die Sehkraft des Einwanderers vom Arzt festgestellt werden muss, wird den Personen, die eine Brille tragen, geraten, diese mitzubringen.
Um den von Berlin entfernt wohnenden Antragstellern unnuetze Kosten und Zeitverlust zu ersparen, und da der haeufigste Grund zur Visumverweigerung auf dem Mangel an beweiskraeftigen Unterlagen betreffs Unterhaltssicherstellung beruht, ist das
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Generalkonsulat bereit, bevor der Bewerber zur endgueltigen Antragstellung nach Berlin kommt, eine unverbindliche Pruefung der sich auf Unterhaltssicherstellung beziehenden Beweismittel vorzunehmen. Zu diesem Zwecke kann der Bewerber die erwaehn- ten Beweismittel mit dem ausgefuellten Eintragungsformular und den zur Visumerteilung erforderlichen Dokumenten (ohne Reisepass), nebst Briefmarken fuer Rueckporto einsenden. Nach Pruefung dieser Papiere wird das Generalkonsulat den Bewerber benachrichtigen, ob es Zweck hat, hier zu erscheinen und eventuell einen neuen Termin zur Visumantragstellung fest- setzen. Es kann im voraus jedoch nie zugesichert werden, dass ein Visum erteilt werden wird. Eine diesbezuegliche Ent- scheidung kann erst getroffen werden, nachdem der Einwanderer zum festgesetzten Tag hier erschinen und seine Angelegenheit gruendlich geprueft worden ist.
Sollten Sie nicht wuenschen, Ihren Antrag jetzt zu stellen, so koennte das Generalkosulat Ihren Namer zwecks eventueller Beruecksichtigung unter guenstigeren Verhaeltnissen auf der Warteliste vormerken. Um diese Vormerkung zu ermoeglichen, muessten Sie das beiliegende Eintragungsformular ausfuellen und es dem Generalkonsulat mit einem entsprechenden Begleit- schreiben einsenden.
Hochachtungsvoll, Fuer den Generalkonsul: A. DANA HODGDONAmerikanischer Konsul.
To be quoted when replying.
AMERICAN CONSULATE GENERAL
Berlin W. 9. August 27, 1936 Mr.: Alfred Speier and familyMrs.:
Miss:
With reference to your wish to emigrate to the United States, you are hereby informed that the Consulate General is prepared to accept your formal visa application; however, you must be made aware of the following:
For some time now, widespread unemployment has existed in the United States, along with the resulting difficulty of obtaining and retaining employment. Under current immigration laws, an immigrant visa must be denied, if the applicant's livelihood upon arrival in the United States is not sufficiently secured, as, given the prevailing unemployment, it cannot be assumed that the immigrant will be able to secure their livelihood through their own work.
A large percentage of those who have applied since the onset of the economic depression, have been denied visas, because they could not prove that their livelihood would be secured upon arrival in the United States. This fact is being communicated to immigrants to potentially save them unnecessary expenses associated with a personal appearance at the local consulate general.
If, notwithstanding the above circumstances, you wish to submit an application, you may appear here on September 11, 1936, between 9:00 and 11:00 a.m., presenting the documents listed on the enclosed slip of paper, "Documents Required for Visa Issuance," and the duly completed application form. At this visit, you should also bring all documents and evidence relating to your maintenance in the United States (see enclosed instructions regarding this). If sufficient evidence of maintenance is not provided, the visa cannot be issued.
When applying for a visa at the Consulate General, a medical examination is conducted by the American government physician assigned to the Consulate General. Every single person (including small children) must appear in person at the Consulate General when applying for a visa. Since the immigrant's eyesight must be assessed by the doctor, those who wear glasses are advised to bring them.
To save applicants living far from Berlin unnecessary costs and time, and because the most frequent reason for visa refusal is a lack of sufficient documentation regarding proof of financial means, the
-2-Consulate General is prepared to conduct a preliminary review of the evidence relating to proof of financial means before the applicant comes to Berlin to submit the final application. For this purpose, the applicant can send the aforementioned evidence along with the completed registration form and the documents required for visa issuance (excluding passport), along with return postage stamps. After reviewing these documents, the Consulate General will inform the applicant whether it is necessary for them to appear in person and, if so, schedule a new appointment for the visa application. However, it can never be guaranteed that a visa will be granted. A decision regarding this can only be made after the immigrant has appeared in person on the scheduled date and their case has been thoroughly examined.
Should you not wish to submit your application now, the Consulate General could place your name on the waiting list for possible consideration under more favorable circumstances. To enable this placement, you would need to complete the enclosed registration form and send it to the Consulate General with a cover letter.
Respectfully, For the Consul General: A. DANA HODGDONAmerican Consul.
