Letter from Egon Eckmann to Käte Bluth Speier, January 3, 1945

Date
January 3, 1945
Creator
Format
Category
Sender(s)
Eckmann, Egon
Sent from
Toronto, Canada
Recipient(s)
Speier, Käte Bluth
Received at
Lincoln, Nebraska
  Meine Lieben alle!

Es ist ein bisschen spaeter mit dem Antworten geworden als ich es vorhatte, sodass ich verschiedene gute Wuensche und Gratulationen nunmehr nachholen muss. Erst mal Euch allen meine allerherzlichsten Wuensche fuer ein gutes und gesundes 1945 und dass Ihr da endlich mal von Krankheiten oder anderen Miesigkeiten verschont bleibt. Vor allem Du, lb. Onkel moegest wieder ganz gesund werden und Dein Astmah, lb. Tante moege wie weggeblasen sein. Dann ersehe ich aus meinen Akten, dass Muschi's Geburtstag bereits vorbei sit und ich da auch als Nachzuegler meine besten Gratulationen zu entbieten habe. Also alles alles Gute! Eigentlich ist meine Nichte schon alt genug mir selbst mal zu schreiben und wuerde ich mich darueber sehr freuen, denn bisher habe ich noch nie etwas Geschriebenes von ihr erhalten. Wie sind bei Euch die Feiertage voruebergegangen? Habt Ihr ein paar gemuetliche Tage verbracht? Obgleich ich ja verschiedentlich eingeladen war, fuehlt man sich an solchen Tagen so solo und ohne mischpoche doch immer ein bisschen verloren. In der Fabrik hatten wir auch eine nette party mit viel Essen, Trinken und der hier so ueblichen Rumknutscherei (ohne Tachles, haben wir zu Hause gesagt). Wie letztes Jahr bekam ich einen Riesen turkey sowie allerhand anderes v.d. Firma. Da ich das Maedel, die die Viecher verteilt, kenne, hat sie mir den dicksten rausgesucht, der mehr als 17 lbs. wiegt. Wir hatten uns noch 2 Gaeste eingeladen, aber hatten zu zweit dann noch die ganze Woche nischt als Truthahn. Hat aber prima geschmeckt. Wir gaben noch Suppe dazu mit Mazzekloesschen und hinterher einen fruitcocktail. Den habe wir gruendlich mit Alkohol versetzt. Ist bei Euch sowas auch rationiert? Hier brauchen wir fuer Bier, Schnaps, Wein immer ein anderes rationbook, d.h. fuer jede Sache muss man sich ewig wo anders anstellen. Ich war auch 2 mal Skifahren, ein Mal war es sehr schoen, war auf einer Golfwiese (viel groesser als in Oberhof), wo ich vorher noch nicht war. Es sind ein paar gute Haenge da, jedenfalls steil genug, dass ich einmal einen Sturz tat wie in meinen besten Jahren, habe ein paar Mal mich ueberschlagen dass mir Hoeren und Sehen verging. Und bes. Du. lb. Ilse wirst Dich noch laechelnd entsinnen wie schoen das ist, wenn man dann den Hang abgehen muss, um seine Siebensachen wieder einzusammeln. Dieser Brief wird heute Abend nicht fertig werden. Erstens mal will ich dann baden und zweitens Mal mag es moeglich sein, dass ich noch etwas Wichtiges nachzutragen habe, Falls es was Wichtiges ist. Ich zerbreche mir den Kopf ueber einen Brief, den ich vorhin bekommen habe. Bekam einen Brief vom Foreign Exchange Control Board, dass sie mich in einer "certain matter“ persoenlich sprechen wollten, unterschrieben vom Director. Das Komische ist, dass es an meine neue Adresse ging, die ich noch nirgendwohin offiziell gemeldet habe und an "Hans Egon E.“ ging, einer Schreibweise, der ich mich nie bediene. Kann mir nur denken, dass es irgendwie mit Mutter zusammenhaengt. Na, ich muss mich nun noch gedulden!

Sylvester war es ganz nett, kam erst um 4 Uhr heim im stroemenden Regen. Heute ist wieder so eine Kaelte und eine Eisbahn in der ganzen Stadt. Ihr werdet vielleicht gelesen haben, dass in Ontario so ein schwerer blizzard gewesen ist, der schlimmste seit ueber 70 Jahren. Es hat sich was getan, 2 Tage konnte man nicht aus dem Hause, was ein voellig lahmgelegter Verkehr in so einer grossen Stadt anrichtet, koennt Ihr Euch sicher vorstellen. Lebensmittel wurden knapp, jetzt sind viele Nebenstrasse noch nicht passierbar. Habe gerade auch einen Brief von Ernst bekomnen, der saust was rum, jetzt ist er in belgien. Hat mich auch angefragt, ob ich jemand dort asufindig gemacht haben wollte. Er kaeme mit sehr viel Leute in Beruehrung und wuerde sehr viel reisen. Wenn Ihr Fluechtlinge wisst, von denen Euch sehr viel daran liegt gebt mir die letzte Adresse und ich will sie an Ernst weitergeben. Er macht immer mal so Bemerkungen wie "my work is taboo“ oder "I mostly work at night", aber das ist auch alles. Er muss auch nicht mehr im Hauptquartier sein, denn das H.Q. ist nicht mehr in seiner Adresse.

Was haltet Ihr davon, wenn ich mich in eine Lebensversichrung aufnehmen lasse? Anlaesslich eines erneuten Versuches unseren Kram gegen Feuer und Diestahl zu versichern wollte uns der Agent des aufreden, nachdem uns eine floater policy nunmher zum zweiten Mal one Angabe

 

von Gruenden von einer anderen Company abgelehnt wurde. Fuer mich wuerde so eine pension plan oder endowment plan policy das beste sein, also der Typ, wo man entweder mit, sagen wir 65 Jahren ausgezhalt bekommt oder es in eine lebenslaengliche Pension umwandeln kann. Da ich schon verhaeltnismaessig alt bin, ist es ziemlich teuer sich mit $ 3000.- Tod, ca 4000.- bei 65 resp. $ 40.- cash per monat fuer Lebensdauer zu versichern und da ich nicht verehelicht bin, weiss ich garnicht, ob ich das noetig habe. Schliesslich spare ich sowieso, was ich kann. Und wenn einem mal die Puste ausgeht, verliert man erfahrungsgemaess immer Geld beim Umwandeln oder einer Rueckzahlung. Gebt mir mal Eure Meinung bekannt.

So, jetzt will ich mal Deinen lb. langen Brief herkriegen, lb. Tante und beantworten.

5.1.

Bis hierher kam ich. Die Vorladung, die ich anfangs erwaehnte, war ein grosser Schmonzes. In irgendeinem Briefe, anscheinend in die Schweiz, hatte ich wie schon oefters ueber die Paeckchen an Mutter geschrieben und dies Mal fuehlte sich irgendein Zensor verpflichtet das zu beanstanden und weiterzumelden. Ich erklaerte dem Referenten die Sache und damit war die Geschichte erledigt. Er wollte wissen wie ich es mache Pakete in die Tschechei zu schicken, wohin ich dafuer Geld bezahle, etc. Leider habe ich sowieso nichts wieder von Wolferman gehoert ob mehr von diesen Paketen angekommen sind und auch Alice konnte beim Joint nicht feststellen, ob sie welche erhalten hat. Nachdem nun die Beziehungen zur Schweiz recht gespannt geworden sind, wird man wohl ueberhaupt nichts mehr von da hoeren. Ich hoere Vorderhand auch auf zu schreiben bis ich mal wieder was hoere. Von Onkel Heinrich natuerlich auch noch nichts weiter Neues. Ich schreibe ihm in naechster Zeit mal wieder. Es kann ja auch nicht so schnell gehen und im guenstigsten Falle wird es Fruehjahr bis man ueberhaupt mal was erfaehrt. Gerhard ist nicht mit Unrecht sehr skeptisch ueber den Erfolg, weil er die Haltung der Briten in Einwanderungs sachen nach Palestina in Betracht zieht. Aber ich kann mir nicht denken, dass sie all das Theater machen nur, um dann die Antraege in irgendein fach in einem Office aufzubewahren. Na warten wir ab. Natuerlich hat er mal wieder Differenzen mit Alice, die mir garnichts davon geschrieben hatte. Mein lieber Herr Bruder hat ein schlechtes Gewissen gehabt, anscheinend, und fing davon selber an. Ich habe ihm mal wieder gruendlich meinen Standpunkt geblasen, obgleich es ja keinen Zweck hat. Habe ihm auch geschrieben, dass mich das alles nun garnicht mehr interessiert und wenn es nicht um Muttl wegen waere, so koennte er sich sich suess und sauer einmachen. Ich hoffte immer noch, dass wir sie hierherbekommen und da ich weiss wie sie ueber dies ewige Gemache denkt, so versuche ich immer noch den Vermittler. Ich mische mich im uebrigen nicht mehr hinein. Es handelt sich um Alice's Hochzeit, er macht da x laecherliche Vorwuerfe, stellt seine ueblichen verdrehten Behauptungen auf, es ist wirklich nicht wert sich in Einzelheiten zu ergehen, erwaehnt auch Alice nichts gegenueber.

Wir sind aus den verschiedensten Gruenden umgezogen. Erst mal stellte es sich heraus, dass unser Hauswirt ein grosser Dreckskerl war, uebelste italienische Proleten, das haben wir nicht gleich merken koennen, keine Juden. Der Hauptgrund war aber, dass die Tochter nach 5 monatl. Ehe ein Kind bekam. Erst sagten sie, sie ziehen aus, aber dann blieben sie, Luegen wie immer, wohnen und wir machten schleunigst, dass wir rauskamen, denn das Bruellen von dem Kind war nicht mit anzuhoeren. Verstehen tut so eine mischpoche doch auch nicht mit kl. Kindern umzugehen. Ausserdem haben wir da auch Wanzen entdeckt und waeren sowieso zum Fruehjahr unter allen Umstaenden weg. Wir gaben einen grossen Teil unserer Sachen zum Vergasen und sind diese nur nach und nach wieder zurueckgekommen i.d. neue Bude, das war eine Wirtschaft. Wir wohnen jetzt wunderschoen, haben ein viel groesseres Frontzimmer mit 3 Fenstern, kein Vis-a-vis, da ein gr. Platz da ist. Unsere Kueche ist auch sehr schoen, gross und luftig und gefaellt es uns ausnehmend gut. Wir zahlen allerdings auch viel mehr, aber auch die Gegend ist erheblich besser, sehr schoene ruhige Nebenstrasse, ein bisscchn weit draussen allerdings. Die Leute sind auch sehr nett, (toi-toi-toi) Juden, sehr zuvorkommens und aufmerksam. Das Wirtschaften macht zwar manchmal viel Arbeit, aber wir ziehen es doch vor. Die Raeume sind gross und bohnern, aufraeumen, Teppiche reinigen, haelt schon ganz schoen auf. Meinem Freund geht es gesundheitlich schlecht, aber er will sich nicht operieren lassen, da sie ihn dann gleich fuers Militar nehmen, der Arzt sagt

  II

dass es nichts schadet, wenn er wartet, es sind eben blos die Schmerzen, die bei Niere nie im Verhaeltnis zur Gefaehrlichkeit der Sache stehen. Ausserdem plagt ihn Sinus oder Heufieber, er ist da in Behandlung und 2 aerzte haben da noch nicht richtig rausfinden koenne, was nun eigentlich los ist. Dabei sind es gute Spezialisten, die ihn billig als Refugee behandeln. Alle moeglichen Teste werden da gemacht, X rays und was weiss ich nicht. Das ist natuerlich ein Grund, dass wir unsere gemeinsamen Plaene wegen Laden aufgeben muessen, d.h. er ist immer noch Feuer und Flamme, aber ich habe keine Lust mich zu beteiligen und zu allem anderen auch noch diese zusaetzlichen Risiken einzugehen. Solange er nicht voll arbeitsfaehig ist hat es doch keinen Zweck, findet Ihr das nicht auch, selbst auf die Gefahr, dass man den Anschluss verpasst, findet Ihr nicht auch. Jetzt hatten wir mal mit der Idee gespielt einen Lunchroom aufzumachen, da ist eine Fabriksgegend, wo gut etwas zu machen waere, aber ich weiss nicht. Und equipment etc. heute zusammenzukriegen, ist auch ein Problem. Ich arbeite immer noch an Nebbichen, mache mal mehr, mal weniger, die Arbeit kotzt mich an, im Grunde genommen, aber ich wuesste nicht, wo ich gleichwertig verdienen koennte und Detailgeschaefte oder offices zahlen hier fuer Durchschnitt, wenn man nicht etwas ganz besonderes ist, hundsmiserabel. Fuer ein paar Wochen habe ich nicht viel machen koennen, die Menge Feiertage und meine Maschine war bestaendig kaputt und da zahlen sie sehr schiecht im timework. Das Auto ist verkauft. Wir werden uns aber sicher zum Fruehjahr einen besseren Wagen zu zweit kaufen, sparen schon darauf. Hoffentlich fallen wir nicht herein, obgleich wir einen Bekannten haben

der aus der Branche ist. Gas gibt es hier auch sehr wenig. Bei Haurwitz bin ich immer mal, gestern abend erst wieder. Sie hat immer besonders gut zu essen, immer so bekovet serviert. Weihnachten habe ich ihr einen Blumentopp geschickt, der sehr gut gefallen hat. Brieflich stehe ich mich mit meinem neuen Schwager sehr gut, er schreibt immer ordentlich dran und passt auf, dass Alice nicht immer die Haelfte alle Fragen nicht beantwortet Sylvia schreibt nie mehr, ich erwaehne sie auch nur immer so nebenbei und richte meine Briefe auch nicht mehr an sie mit. G's Praxis ist augenblickl ruhig, so ganz richtig scheint sie immer noch nicht zu sein, er berichtet da immer mal, dass die Stadt zu gross waere, er noch nicht genug bekannt waere, Empfeh en wie i.d. Kleinstadt nicht haette, ihm noch die rechten Beziehungen fehlen, etc.pp. Mit girlfriend immer noch nischt. Ich forciere es auch nicht und lasse es an mich herankommen. Noch vielen Dank fuer Eure guten Neujahrswuensche. Allso bleibt man schoen gesund, hoffentlich bist bes. Du lb. Onkel bald wieder voll arbeitsfaehig. Machts huebsch und schreibt bald wieder

Eurem Egon
  H. E. Eckman, 312 Roxton Rd., Toronto/Ont. Toronto
Jan 5
11:30PM
1945
Ontario
HELP MUSKOKA HOSPITAL FIGHT TUBERCULOSIS
 
Mrs. Alfred Speier, 1545 B St., LINCOLN/Nebraska. U.S.A.
German | English (translation)
My dear ones!

My reply is a little later than I intended, so I now have to catch up on various good wishes and congratulations. First of all, my warmest wishes to you all for a happy and healthy 1945, and that you may finally be spared from illness and other misfortunes. Above all, dear uncle, may you regain your full health and may your asthma, dear aunt, be blown away. Then I see from my files that Muschi's birthday is already over and I, as a latecomer, must also offer my best congratulations. So all the best! Actually, my niece is already old enough to write to me herself, and I would be very happy if she did, because so far I have never received anything written from her. How did you spend the holidays? Did you have a few cozy days? Although I was invited to various places, on days like these you always feel a little lost when you're single and without family. At the factory we also had a nice party with lots of food, drink, and the usual kissing (nothing serious, as we used to say at home). Like last year, I got a huge turkey and all sorts of other things from the company. Since I know the girl who distributes the birds, she picked out the biggest one for me, which weighed more than 17 lbs. We had invited two guests, but then the two of us had nothing but turkey for the whole week. But it tasted great. We served soup with matzo balls and a fruit cocktail afterwards. We thoroughly spiked it with alcohol. Is something like that also rationed where you are? Here, we always need a different ration book for beer, schnapps, and wine, which means you have to wait in line forever for each item. I also went skiing twice. Once it was very nice, on a golf course (much bigger than in Oberhof), where I had never been before. There are a few good slopes there, at least steep enough that I took a fall like in my heyday, rolling over a few times until I couldn't hear or see anything. And especially you, dear Ilse, will remember with a smile how wonderful it is when you have to walk down the slope to collect your belongings. This letter will not be finished tonight. First of all, I want to take a bath, and secondly, it is possible that I will have something important to add, if it is important. I'm racking my brains over a letter I received earlier. I received a letter from the Foreign Exchange Control Board saying that they wanted to speak to me personally about a “certain matter,” signed by the Director. The strange thing is that it was sent to my new address, which I haven't officially registered anywhere yet, and it was addressed to “Hans Egon E.,” a spelling that I never use. I can only guess that it has something to do with my mother. Well, I'll just have to be patient!

New Year's Eve was quite nice, I didn't get home until 4 a.m. in the pouring rain. Today it's cold again and the whole city is covered in ice. You may have read that Ontario had such a severe blizzard, the worst in over 70 years. It was bad; you couldn't leave the house for two days. You can imagine what a complete standstill traffic causes in such a big city. Food was in short supply, and now many side roads are still impassable.

I just received a letter from Ernst, who is rushing around; he is now in Belgium. He also asked me if I wanted him to find someone there. He comes into contact with a lot of people and travels a lot. If you know of any refugees who are very important to you, give me their last address and I will pass it on to Ernst. He always makes comments like "my work is taboo“ or ”I mostly work at night," but that's all. He no longer has to be at headquarters, because HQ is no longer at his address.

What do you think about me taking out life insurance? When we tried again to insure our stuff against fire and theft, the agent tried to talk us out of it after a floater policy had been rejected for the second time by another company without giving any reasons.

For me, a pension plan or endowment plan policy would be best, i.e., the type where you either get paid out at, say, age 65, or you can convert it into a lifetime pension. Since I am already relatively old, it is quite expensive to insure myself with $3,000 death benefit, approx. $4,000 at age 65 or $40 cash per month for a lifetime, and since I am not married, I don't know if I need it at all. After all, I save what I can anyway. And when you run out of steam, experience shows that you always lose money when converting or repaying. Let me know what you think.

So, now I want to get your dear long letter, dear aunt, and reply to it.

5.1.

This is as far as I got. The summons I mentioned at the beginning was a big fuss. In a letter, apparently to Switzerland, I had written to my mother about the parcels, as I often do, and this time some censor felt obliged to object to it and report it. I explained the matter to the official and that was the end of the story. He wanted to know how I send packages to the Czech lands, where I send money to pay for it, etc. Unfortunately, I haven't heard anything from Wolferman about whether more of these packages have arrived and Alice couldn't find out from Joint whether she has received any. Now that relations with Switzerland have become quite tense, we probably won't hear anything more from there at all. I'll stop writing for now until I hear something again. Of course, there's no news from Uncle Heinrich either. I'll write to him again soon. It can't happen so quickly, and in the best case scenario, it will be spring before we hear anything at all. Gerhard is rightly very skeptical about success, because he considers the British attitude towards immigration to Palestine. But I can't imagine that they are making all this fuss just to then store the applications in some file in an office. Let's wait and see. Of course, he has had differences with Alice again, who hadn't written to me about it at all. My dear brother apparently had a guilty conscience and brought it up himself. I gave him a thorough dressing-down once again, I gave him my point of view once again, even though it's pointless. I also wrote to him that I'm no longer interested in any of this and if it weren't for Muttl, he could go jump in a lake. I was still hoping that we could get her to come here, and since I know how she feels about this endless delay, I'm still trying to mediate. I'm not getting involved anymore, by the way. It's about Alice's wedding, he's making ridiculous accusations, making his usual twisted claims, it's really not worth going into details, and he doesn't mention anything to Alice either.

We moved for a variety of reasons. First of all, it turned out that our landlord was a real bastard, the worst kind of Italian prole, which we didn't realize right away, not Jews. The main reason, however, was that after five months of marriage, the daughter had a baby. At first they said they were moving out, but then they stayed, lying as usual, and we made sure we got out as quickly as possible, because the child's screaming was unbearable. Such a family doesn't know how to deal with small children anyway. Besides, we also discovered bugs there and would have left in the spring under any circumstances. We gave a large part of our belongings away to be gassed and only gradually brought them back to our new place, which was a business. We now live in a beautiful place, have a much larger front room with three windows, no neighbors opposite, as there is a large square there. Our kitchen is also very nice, large and airy, and we like it exceptionally well. However, we also pay a lot more, but the area is also considerably better, a very nice quiet side street, a bit far out though. The people are also very nice, (knock on wood) Jews, very courteous and attentive. Managing the property is sometimes a lot of work, but we prefer it. The rooms are large and polish, tidying up, cleaning carpets takes up quite a bit of time.

II

My friend is in poor health, but he doesn't want to have surgery because then they'll draft him into the military. The doctor says there's no harm in waiting, it's just the pain, which in the case of kidneys is never proportional to the seriousness of the condition. He also suffers from sinusitis or hay fever, he is being treated for it and two doctors have not yet been able to figure out what is actually wrong. Although they are good specialists who treat him cheaply as a refugee. All kinds of tests are being done, X-rays and who knows what else. That's one reason, of course, why we have to give up our plans for the store. I mean, he's still all fired up about it, but I don't feel like getting involved and taking on all these extra risks on top of everything else. As long as he's not fully able to work, there's no point, don't you think, even at the risk of missing the boat, don't you think. We had toyed with the idea of opening a lunchroom, there's a factory area where it would be good to do something, but I don't know. And getting equipment etc. together today is also a problem. I'm still working on a meager job, sometimes more, sometimes less. Basically, the work pisses me off, but I don't know where else I could earn the same amount of money. And Retail stores and offices here pay average wages, unless you're someone really special. For a few weeks I haven't been able to do much, with all the holidays and my machine being constantly broken, and they pay very poorly in timework. The car has been sold. But we'll definitely buy a better car for the two of us in the spring, we're already saving up for it. Hopefully we won't fall for it, even though we have an acquaintance that is in the same industry.

There is also very little gas here. I visit Haurwitz from time to time, just yesterday evening again. She always has particularly good food, always served so beautifully. For Christmas, I sent her a flower arrangement, which she liked very much. I am on very good terms with my new brother-in-law in my letters; he always writes neatly and makes sure that Alice doesn't leave half of the questions unanswered. Sylvia never writes anymore, I only mention her in passing and no longer address my letters to her as well. G's practice is quiet at the moment. It still doesn't seem to be quite right; he always reports that the city is too big, that he is not yet well known enough, that he doesn't have the right connections in a small town, etc. Still nothing with his girlfriend. I'm not pushing it and am letting things happen naturally. Thank you again for your kind New Year's wishes. Stay healthy, and hopefully my dear uncle will soon be fully fit for work again.

Take care and write again soon.

Yours Egon