Letter from Elsa Speier to Alfred and Käte Speier, November 22, 1938

Date
November 22, 1938
Format
Category
Repository
Archives & Special Collections, University of Nebraska-Lincoln Libraries
Collection
Rosenberg Family Papers, MS 0638
Letter from Elsa Speier to Alfred and Käte Speiers, November 22, 1938
  Meine Lieben.

Dies ist schon der 2. Brief, den ich im November an Euch absende, aber ich kann mir denken, dass Ihr in dieser Zeit der Aufregungen und Sorgen ebenso gern Nachrichten von allen Lieben haben wollt wie auch wir. Man lebt ja in einer steten Spannung und Unruhe und ist schon ganz verzagt, dass entweder gar keine Nachrichten aus Deutschland kommen oder nur Telegramme, durch die sofortige Zertifikate erbeten und verlangt werden! Ihr könnt Euch denken, wie furchtbar die Stimmung hier ist, denn fast jeder hat doch noch Angehörige drüben, um die man zittert und um die man sich ängstigt. Diese Grausamkeiten sind ja fast unvorstellbar,—wenn es doch nur Möglichkeiten geben möchte, alle die Menschen, die noch in D. leben, aus dieser Hölle zu befreien! Glücklicherweise haben wir grade heute ein Telegramm von Gerhardt erhalten, dass er nächste Woche hier eintreffen wird. Wie er es fertig gebracht hat, sein Papiere zur Ausreise zu beschaffen, wissen wir nicht, aber er hatte ja so wie so vor im November als "Tourist" zu kommen, und so hatte er sicher alles vorbereitet,—die Hauptsache ist, dass er—vermutlich heute— glücklich über die deutsche Grenze kommt! Alles Weitere muss sich dann ergeben, wenn er hier sein wird,—hoffentlich wird er legalisiert und kann ohne irgendwelche Schwierigkeiten im Lande bleiben! Dann wird sich auch erst über die beruflichen Möglichkeiten reden lassen,—es ist ja anzunehmen, dass er in seinem erlernten Beruf arbeiten kann, und das ist schon immer ein grosses Plus! Ich hoffe und wünsche, dass sich Edith und Gerhardt recht gut verstehen möchten und dass sie gemeinsam ein glückliche Zukunft aufbauen können,—es ist beinahe wie eine Bestimmung, dass die beiden nach so langer Zeit doch noch zusammenkommen, und so wird schon mit G.H. alles gut werden! Leider haben wir von Alfred Karger noch garnichts gehört, und ich sorge mich wirklich um ihn,—hoffentlich ist er wenigstens nicht verhaftet. Dass Lilly Karger grade zur Orientierung in U.S.A. ist, ist vielleicht ein glücklicher Zufall, denn wie man liest, können die jetzt dort weilenden Touristen doch in den Staaten bleiben,—so erreicht sie es vielleicht die Aufenthaltsgenehmigung für Kurt und die Kinder zu bekommen! Aber es ist doch schlimm, dass die Menschen alle ohne die geringsten Mittel auswandern müssen, denn ich bin sicher, dass die Vermögen alle verloren sind! Ich werde leider auch nichts mehr von meinem Gelde sehen und bin dieserhalb in grosser Sorge, denn bisher bekam ich doch einen monatlichen Betrag für Lebenshaltungskosten, und wenn das fortfällt, weiss ich nicht, wie wir unseren Etat balancieren werden. Aber vielleicht wird es besser als wir denken,—ich werde den Mut nicht sinken lassen! Ob Erich und Manfred schon fort sein mögen?!—Liese hat keinerlei Nachrichten aus Breslau, und ich fürchte sehr für Ludwig und für Alices Mann, der bis zum November bei den I.G.–Farben war und sehr viel wusste,—hoffentlich erhalten wir von den beiden auch bald beruhigende Berichte!—Was hört Ihr aus Eisenach? Eckmanns werden auch in Sorge um Egon sein,—schade genug, dass er noch nicht fort war!— Für Euren lieben Brief, liebe Speiers, danke ich Euch recht herzlich,—Ihr glaubt nicht,wie sehr uns Eure l.Zeilen erfreuten. Ihr schreibt so natürlich und lebendig, dass man meinen könnte, man plauderte miteinander, und das ist für den Kontakt, den wir doch unbedingt aufrechterhalten wollen, unendlich wichtig. Ich kann leider nicht so ausführlich über alles schreiben wie Du, Kätel, aber ich bemühe mich wirklich, möglichst viel von uns zu berichten und Euch über alles auf dem Laufenden zu erhalten, damit unsere Verbindung eine recht enge bleibt! Gern hörte ich, dass Ihr alle gesund und munter seid, dass Ihr viel Freude an der süssen, kleinen Muschi habt,— das Kind hat aber auch einen besonderen Charme und Liebreiz und hat sicher im Verwandten– und Bekanntenkreise eine Menge guter Freunde. Wir freuen uns immer so sehr, wenn Ihr von dem Kinde erzählt,—das müsst Ihr unbedingt beibehalten, denn dadurch kann man sich das Kleinchen immer in seiner jeweiligen Entwicklungsepoche vorstellen! Unsere Beiden entwickeln sich erfreulicherweise auch sehr fein,—der kleine Arjeh hat alles nach-   geholt, ist ein lebhaftes, munteres Kerlchen geworden,—er fängt an zu laufen, kriecht mit grosser Behendigkeit durch alle Räume, reisst möglichst alles vom Tisch herunter, was er irgend erreichen kann, und macht wie ein kleines Äffchen alles nach, was er sieht. Susanne fühlt sich durchaus als grosse Schwester, ist mächtig verliebt in den kl. Bruder, und ist im übrigen ein recht verständiges Mädel. Die Schule macht ihr sehr viel Freude und das Lernen scheint ihr wirklich keine Schwierigkeiten zu machen,—sie spricht natürlich fliessend iwrith, denn das ist die Sprache, in der unterrichtet wird und die alle Kinder untereinander sprechen! Von uns ist nicht sehr viel zu erzählen, denn wir erleben nicht viel, was berichtenswert wäre. Ab und zu kommen wir mal nach Haifa, was immer eine ganz nette Abwechslung ist, dann sind wir auch meist mal ein Stündchen bei Guttmanns, mit denen wir uns sehr gut verstehen. In der nächsten Zeit werden Cronheims hier eintreffen, wenn alles glatt geht,—Eva hat kürzlich das Zertifikat für ihre Eltern bekommen und ist überglücklich, dass sie hoffentlich bald hier sein werden. Mit Frau Kupferbergs Kommen wird es nun nicht so schnell klappen, denn die Anforderungszertifikate werden vorläufig für ganz dringende Fälle gebraucht,—man weiss überhaupt nicht, wie man seine Angehörigen noch her. bekommen wird! Hier im Lande ist es ja auch nicht allzu erfreulich, denn die Unruhen und der Terror wollen immer noch kein Ende nehmen,—man weiss, dass die Araber weitgehends jetzt geht von D. unterstützt werden—mit Waffen und auch mit Geld—, aber jetzt geht das engl. Militär und die engl. Polizei doch ganz anders vor als in der vorhergehenden Zeit. Ihr fragtet, ob auch hier die jüd. Männer auf Wache gehen wie in Tel-Aviv,—selbstverständlich, jeder Jude in allen Städten, Siedlungen und Dörfern hat die Pflicht nachts Wache zu halten, ganz gleich, ob sie tagsüber beruflich arbeiten oder nicht. Wir haben schon seit geraumer Zeit auch viel jüd. Polizei und Hilfspolizei, die militärisch ausgebildet werden und sehr pflichttreu und zuverlässig sein sollen! Hoffentlich wird nur bald eine Lösung der Palästinafrage gefunden, damit das Land und die Menschen endlich mal wieder zur Ruhe kommen können,—die lange Dauer des Terrors macht sich auch in wirtschaftlicher Beziehung doch sehr fühlbar! Dass Ihr durch das Radio immer so gut über alle Vorkommnisse unterrichtet seid, ist doch sehr viel wert,—ich bedaure sehr, dass ich kein Radio mitgenommen habe, denn durch Radio hat man doch immer Verbindung mit der ganzen Welt und ist gleich orientiert über alle wichtigen Begebenheiten. Ich freute mich von Euch zu hören, dass Ihr mit Eckmanns so gemütliche Tage verlebt habt und Euch mal richtig ausplaudern konntet,—es wird ihnen sicher nicht leicht gewesen sein, wieder nach Deutschland zurückzufahren! Nun müssen ja zum 1.1.39. alle jüd. Geschäfte in arischen Besitz überführt werden,—was sollen alle die Leute nur anfangen, die vorerst in D. bleiben müssen? und wie sollen sie sich ernähren, wenn ihnen jede Erwerbsmöglichkeit genommen wird? Immer und immer wieder kommt man zu dem gleichen Thema, weil sich alle Gedanken auf dieses masslose Unglück konzentrieren, das die ganze jüd. Bevölkerung in D. betroffen hat!—

Dass mein damaliger Brief doch noch pünktlich zu Ilses Geburtstag ankam, war mir lieb zu hören,—sicher habt Ihr den Tag vergnügt und gemütlich im Kreise aller Lieben gefeiert! Es ist nett, dass Ihr, liebe Rosenbergs, einige junge Ehepaare dort habt, mit denen Ihr öfters mal zusammenkommt,—Ihr werdet Euch überhaupt sehr gut in der neuen Heimat einleben und werdet Euch bald vollkommen heimisch fühlen. Was hört Ihr denn von den l. Eltern? Und wie geht es Familie Fritz Rosenberg? Hoffentlich habt Ihr von allen recht gute Nachrichten!

Und Du, Ev, bist fleissig bei Deinen Studien, die Dir sicher viel Freude und Befriedigung geben. Macht Dir die Sprache noch irgendwelche Schwierigkeiten? Und wie gefällt Dir das erwählte Fach? Hast Du netten Anschluss gefunden? Vielleicht höre ich durch Mutti mal Näheres über all das, wenn Du selbst durch Deine Arbeit so sehr in Anspruch genommen bist, aber mute Dir nicht zu viel zu, Evelein,und überarbeite Dich nicht,—alles mit Mass und Ziel tun, auch die Arbeit, sonst liegst Du eines schönen Tages auf der Nase und kannst nicht mehr weiter!

Hattet Ihr eigentlich ausser dem ersten Briefe aus Melbourne nochmals Nachricht von Falkensteins? Ich warte schon seit langer Zeit täglich auf einen Brief, aber leider immer vergeblich, und ich kann es mir garnicht erklären, wieso wir so garnichts von ihnen hören! Hoffentlich ist nur alles gesund und in bester Ordnung,—man kann ja glücklich sein, dass sie grade noch so zur rechten Zeit aus Deutschland herausgekommen sind! Habt Ihr inzwischen mal wieder   etwas von Emmie Frank gehört? Wird sie nicht bald mal nach Kans. City und zu Euch fahren? Na, das wird eine Wiedersehensfreude geben, und Tage und Nächte werden nicht ausreichen, um über alles Vorgefallene, über Schicksale und Ergehen zu berichten? Steht Ihr mit Halberstadt noch in brieflicher Verbindung? und was hört Ihr von dort? Ihr müsst unbedingt von alledem erzählen, denn ich höre doch garnichts Direktes mehr von allen l. Bekannten und Verwandten. Wie mage es Goldschmidts gehen?!— Dass Hete die Absicht hat, nach Palästina zu gehen, um Günter zur Seite zu stehen, schrieb ich wohl schon in meinem vorigen Briefe, aber das wird nun wohl auch nicht so schnell werden! Hört Ihr hin und wieder mal etwas von Max Lehmann? ihm soll es doch schon wie der recht gut gehen, wirklich ein Glück, dass er es injeder Beziehung so gut getroffen hat! Ich bin auch schon froh, dass Hans und Edith ihre Stellungen haben, denn da wir alle doch ohne jeden Rückhalt sind, wäre es eine Katastrophe, wenn man ganz ohne Einkommen wäre. Hans arbeitet sehr viel, tagsüber beruflich, oft gibt er einer Dame auch noch Ivrithunterricht, und dann abends noch theoretisch,—es ist reichlich viel, aber er sagt, dass es nicht anders ginge,— so lässt sich nichts dazu sagen!—Wie ist bei Euch eigentlich jetzt die Witterung? ist es sehr herbstlich? Hier ist es jetzt wunderschön, nachdem die ersten Regen gefallen sind,—am Tage ist es warm und sonnig, aber nachts erheblich frisch und kühl, eine sehr angenehme und schöne Jahreszeit, bis dann die richtigen Winterregen einsetzen. Im Allgemeinen ist das Klina aber durchaus erträglich,—wir haben den langen Sommer Gl. alle recht gut überstanden! Zufällig hörten wir heute durch Leo Guttmann—ich schreibe erst heute am 23.11. weiter, weil ich gestern schon zu müde war—dass sie eine ganz verzweifelte Karte von Trude bekommen hätten, die noch immer mit dem Kinde—und wahrscheinlich ohne alle Mittel—in Wien festsitzt und nicht weiss, wie sie nach England zu Gustl Kommen soll. Leo hat ihr bisher immer etwas Geld von seinem Guthaben in Deutschland überwiesen, aber er fürchtet, dass die Konten beschlagnahmt sind und dass Trude nichts mehr bekommen wird. Was soll dann nur werden? Ich mache mir grosse Sorgen um Trude, die schon ganz mutlos und verzweifelt ist. Ich dachte schon an den Verwandten von Hen, den Rabbiner in London, ob er nicht imstande wäre, eine Einreisegenehmigung für die arme Frau zu erlangen, denn Gustl scheint es doch nicht fertig zu bringen. Vielleicht sprecht Ihr mal mit Al und Hen, ob sie nicht mal an den Verwandten schreiben würden,—es würde bestimmt ein sehr gutes Werk getan, wenn Trude die Einreise ermöglicht würde! Sie kann auch nur noch bis Ende des Monats in der Wohnung bleiben, und dann? ?— —So hat man Sorgen über Sorgen und kann doch leider garnicht helfen!—Ich hoffe, dass meine Zeilen Euch allesamt gesund und wohl antreffen,—Du, lieber Alfred, erscheinst mir Deinem letzten Briefe nach auch nicht in bester Stimmung,—lass Dich durch die veränderten Verhältnisse nur nicht niederdrücken und erkenne dankbar an, dass Ihr—Du und auch Ludwig— verhaltnismässig günstig herausgegangen seid, dass Ihr—Du und auch Ludwig— verdient und besonderes, dass Ihr das Glück habt, alle beisammen zu sein. Ich kann es wohl verstehen, dass es Dir nicht gleichgültig sein kann, dass Du nicht mehr so wie früher helfen und geben kannst, aber das ist doch kein Ausnahmefall,—wie manche von wirklich sehr reichen Leuten wird kaum noch das Nötigste zum Leben übrigbehalten! Sei also frohen Mutes, dass es Euch Gl. gesundheit lich und doch auch wirtschaftlich befriedigend geht und denke nicht so viel an die Zukunft,—die Kinder werden gewiss mal wieder ein besseres und leichteres Leben haben als unsere Generation! Und nun lasst recht bald mal wieder von Euch hören,—Ihr wisst, dass wir immer mit Sehnsucht auf Eure l. Briefe warten. An alle Lieben dort meine besten Grüsse,—ich hatte eigentlich vor, mal wieder direkt an Al und Hen zu schreiben, wollte Al unbedingt zu seinem Geburtstage gratulieren, aber durch all die Unruhen der letzten Zeit ist doch nichts aus meinem Vorsatz geworden,—so bitte ich Euch, ihm meine herzlichsten Glückwünsche zu übermitteln! Ich denke oft an Euch alle und an den ganzen dortigen Verwandtenkreis,—wie gern hätte ich Euch und alle Lieben einmal wiedergesehen. Grade jetzt sind es 2 Jahr her, dass ich zum letzten Male bei Euch in Halberstadt war,—da haben wir auf meine Veranlassung noch gemeinsam an Al geschrieben und ihm gratuliert. Das war nochmal ein gemütliches Beisammensein vor der endgültigen Trennung,—bald darauf seid Ihr, liebe Speiers,und bin auch ich abgereist!

Für heute nun aber genug der Erinnerungen! Ich sende Euch allen noch-
mals herzliche Grüsse und Küsse und verbleibe in Liebe

Eure Elsa

Von Hans u. Lise
viele Grüße allerseits.
Anbei ein paar Zeilen für Al u. Hen, die ich
weitergeben bitte!—

German | English (translation)
My dears.

This is already the second letter I am sending to you this November. But I can well imagine that in these times of turmoil and worry, you are glad to have news from all your loved ones, just like we do. We live in constant tension and unrest and are quite discouraged, since either no news comes from Germany at all, or we got only telegrams, in which immediate immigration certificates are asked for and even demanded! You can imagine what a dreadful mood prevails here, because almost everyone still has relatives over there, for whom we all tremble and about whom we are so anxious. These cruelties are almost unimaginable,—if only there were some way to rescue all those who are still living in Germany from this hell! Fortunately we received a telegram from Gerhardt today, saying that he will arrive here next week. We do not know how he managed to obtain his papers for emigration, but he had, after all, already planned to come as a “tourist” in November, and so he surely had everything prepared. The main thing is that—presumably today—he gets safely across the German border! Everything else will have to be dealt with once he is here,—hopefully he will be able to become a legal resident and to stay in the country without any difficulties! Only then will it be possible to speak about professional opportunities. It is to be assumed that he will be able to work in the trade he learned, and that is always a great advantage! I so hope and wish that Edith and Gerhardt will get along well and that they will be able to build a happy future together. It is almost like fate that the two of them have now come together, after such a long time, and with God's help, everything will surely turn out well! Unfortunately we have not heard anything at all from Alfred Karger, and I am truly worried about him—I hope he was at least not arrested. That Lilly Karger happens to be in the U.S.A. to scout things out is perhaps a fortunate coincidence. Because we have read that tourists currently staying there may be allowed to remain in the States,—this means she might be able to obtain the residency permit for Kurt and the children! But it is dreadful that people must all emigrate without even the slightest means, for I am sure all their assets are lost! I will, sadly, also see nothing more of my money, and this troubles me greatly, for until now I received a monthly amount for living expenses, and if that ceases, I do not know how we will be able to balance our budget. But perhaps things will turn out better than we think—I shall not lose heart! I wonder whether Erich and Manfred might already have left?!—Liese has had no news from Breslau, and I am very fearful for Ludwig and for Alice’s husband, who was at the I.G. Farben company until November and knew a great deal,—hopefully we will soon receive reassuring reports from the two of them as well!— What news do you have from Eisenach? The Eckmanns will also be anxious about Egon—quite unfortunate that he had not left yet! For your dear letter, dear Speiers, I thank you most warmly—you cannot imagine how much joy your last lines brought us. You write so naturally and vividly that one might think we were just chatting in person, and that is incredibly important for maintaining the contact that we absolutely want to keep alive. I cannot write as extensively about everything as you can, Kätel, but I truly try to report as much as possible about us and keep you informed of everything, so that our connection remains a quite close one! I was glad to hear that you are all healthy and well, and that you enjoy the sweet little Muschi so much—she truly has a special charm and loveliness and surely has many good friends among your relatives and acquaintances. We are always so delighted when you write about the child—you must continue doing so, for it allows us to picture the little one at each stage of her development! Our two are, fortunately, developing very nicely as well, —little Arjeh has caught up   on everything and is turning out to be a lively, cheerful little fellow,—he is beginning to walk, crawls with great agility through all the rooms, pulls everything off the table he can possibly reach, and imitates everything he sees like a little monkey. Susanne feels very much like a big sister, is greatly in love with the little brother, and is otherwise a very sensible girl. School gives her a great deal of joy and learning seems to cause her no difficulties at all,- she naturally speaks Hebrew fluently, because that is the language in which lessons are given and in which all the children speak with one another! There is not very much to tell about us, for we do not experience much that would be worth reporting. Now and then we go to Haifa, which is always quite a pleasant change of pace, and then we usually spend an hour with the Guttmanns, with whom we get along very well. In the near future the Cronheims will arrive here, if everything goes smoothly,- Eva has recently received the certificate for her parents and is overjoyed that they will hopefully soon be here. As for Frau Kupferberg’s coming, that will not work out so quickly now, for the immigration certificates are used only for the most urgent cases at present,—none of us know anymore how we will get our relatives here! In this country, things are not too pleasant either, because the unrest and the terror still show no signs of ending,—it is known that the Arabs are now to a great extent being supported from Germany—with weapons and with money—, but now the English military and the English police are acting quite differently from the way they did earlier. You asked whether here too, the Jewish men stand guard as they do in Tel Aviv,—of course, every Jew in every town, settlement, and village has the duty to stand guard at night, regardless of whether they work during the day or not. We have also for quite some time now had much more Jewish police and auxiliary police, who are being trained in a military manner and are said to be very dutiful and reliable! Hopefully a solution to the Palestine question will soon be found, so that the land and the people may finally come to rest again,—the long duration of the terror is also felt very strongly in economic matters! That you are always so well informed by the radio of all occurrences is truly very valuable,—I very much regret that I did not take a radio with me, because through a radio, one always has a connection with the entire world and is immediately informed about all important events. I was pleased to hear from you that you spent such pleasant days with the Eckmanns and had a chance to talk everything out,—it surely cannot have been easy for them to return to Germany again! By January 1, 1939 all Jewish businesses must be transferred into Aryan ownership,—what are all the people going to do who are forced to remain in Germany for the time being? And how are they to support themselves, when every means of earning a livelihood is taken from them? Again and again one comes back to the same subject, because all thoughts are concentrated on this immeasurable misfortune that has befallen the entire Jewish population in Germany!—

I was so pleased to hear that my earlier letter still arrived punctually for Ilse’s birthday, —surely you celebrated the day cheerfully and comfortably amidst all your loved ones! It is nice that you, dear Rosenbergs, have a few young married couples there with whom you can often meet,—you will in any case settle very well into your new home and will soon feel completely at home. What news do you have from your dear parents? And how is the Fritz Rosenberg family doing? Hopefully you have good news from all of them!

And you, Eva, are diligent with your studies, which surely give you much pleasure and satisfaction. Does the language still cause you any difficulties? And how do you like your chosen subject? Have you found some nice friends? Perhaps I will hear more from your mom about all this, if you yourself are so very occupied with your work, but do not take on too much, dear little Evie, and do not overwork yourself, —do everything with measure and purpose, even the work, otherwise one fine day you will collapse and be unable to go on!

Did you actually receive any further news from the Falkensteins, besides the first letter from Melbourne? I have been waiting every day for quite some time for a letter, but always in vain, and I cannot at all explain why we hear absolutely nothing from them! Hopefully everybody is at least healthy and everything is okay, —we are just lucky that they left Germany just in time! Meanwhile, have you   heard anything from Emmie Frank? Wasn't she planning travel to Kansas City and to you soon? Well, that will be a joyful reunion, and the days and nights together will not be sufficient to talk about everything that has happened, about fates and experiences. Are you still in correspondence with Halberstadt? And what do you hear from there? You really must tell me everything, for I no longer hear anything directly from all our old friends and relatives. How might the Goldschmidts be doing?—I believe I already wrote in my last letter, that Hete intends to go to Palestine to support Günter, but that will probably not happen so quickly now either! Do you hear anything from Max Lehmann now and then? He is said to be doing quite well again; it is truly a blessing that he has been so fortunate in every respect! I am also glad that Hans and Edith have their jobs, because since we all have no financial security, it would be a disaster if we had no income at all. Hans works very hard, during the day in his profession, often he also gives a lady Hebrew lessons, and then in the evenings he does the theoretical work—it's a lot, but he says there's no other way—so there's nothing more to say about it! How is the weather with you now, actually? Do you have fall weather now? It is beautiful here now, after the first rains have fallen,—during the day it is warm and sunny, but at night considerably fresh and cool, a very pleasant and lovely season, until the real winter rains set in. In general the climate is quite bearable,—we have all gotten through the long summer fairly well! By chance we heard today through Leo Guttmann—I am writing more today on the 23rd of November, because yesterday I was already too tired—that they had received a completely desperate postcard from Trude, who is still stuck in Vienna with the child—and likely without any funds—and does not know how she is able to get to England, to Gustl. Leo has always sent her money from his assets in Germany, but he fears that the accounts have been seized and that Trude will receive nothing more. What is to become of her then? I am very worried about Trude, who is already utterly discouraged and in despair. I already thought of Hen’s relative, the rabbi in London, whether he might be able to obtain an entry permit for the poor woman, for Gustl does not seem to be able to arrange for it. Perhaps you could speak with Al and Hen, whether they might write to that relative—this would certainly be a very good deed if Trude were able to enter England! She can only stay in the apartment until the end of the month, and then?—Thus one has worry after worry and, sadly, cannot help at all!—I hope that my letter finds all of you in good health and well overall. You, dear Alfred, did not seem to be in the best spirits according to your last letter,—do not let the altered circumstances weigh you down and acknowledge with gratitude that you still came away comparatively well, that you—you and also Ludwig—are employed, and especially that you are fortunate enough to all be together. I can well understand that it cannot be easy for you that you can no longer help and give as before, but you are no exception,—how many people who were truly wealthy now hardly have the bare necessities left to live on! So be of good courage that things are, thank God, going well for you in terms of health and are economically satisfactory as well, and do not think too much of the future,—the children will surely one day have a better and easier life than our generation! Well, let us hear from you again soon,—you know that we always longingly await your letters. My best greetings to all the dear ones there,—I had actually intended to write once again directly to Al and Hen, wanted very much to congratulate Al on his birthday, but through all the unrest of recent times nothing came of my intention,—so I ask you to convey my heartfelt congratulations to him! I often think of you all and of the whole circle of relatives there,—how gladly I would have seen you and all the dear ones once again. Just now it has been two years since I was last with you in Halberstadt,—at that time, at my suggestion, we wrote to Al together and congratulated him. That was once more a cozy gathering before the final separation,—soon after that, you, dear Speiers, left, as did I. Enough of these memories for now! I sennd all of you
again my heartfelt greetings and kisses, and remain with love

Your Elsa

Many regards to all from Hans and Lise.
I have enclosed a few lines for Al and Hen, and would ask that
you pass them on!—

Notes

Elsa Speier Karger (1879—1943) was Alfred Speier's older sister. She lost her husband Louis Karger (1868—1935) before emigrating to Kiryat Bialik in the Palestine Mandate in 1936 or 1937, along with her children Hans (1904—1995) and Edith (1905—1985). They are both mentioned here, as are Hans' wife Liese, née Guttmann, and their children Arieh (here Arjeh) and Shoshana (here Susanne), and Liese's relatives. Elsa also mentions her and Alfred's younger sister Rosa Falkenstein and family, who had just emigrated to Melbourne, Australia. Many other family members, in-laws, and friends who also write to the Speiers are mentioned as well, including Al and Hen (Albert Speier and Henrietta Gold Speier) in Lincoln, Nebraska, and others in the Speier's former hometown of Halberstadt, and in Eisenach, where Käte Speier's sister's Renate (Reni) Eckmann lived with her family. [back]