Letter from Curt and Regina Shönwald to Henry Wald, August 14, 1939

Date
August 14, 1939
Format
Category
Repository
George A. Smathers Libraries, University of Florida
Collection
Schönwald Family Correspondence
Bibliographic ID
MSS 0510; https://findingaids.uflib.ufl.edu/repositories/2/resources/1582
Places
Sender(s)
Shönwald, Curt
Shönwald, Regina
Sent from
Berlin Schöneberg, Germany
Recipient(s)
Wald, Henry
Received at
New York
 
Nr. 24
Mein lieber Heinz.

Nr. 23 bestätigte ich Dir schon mit Karte. Heute will ich Dir denselben beantworten. Du siehst, was Deine Eltern für einen guten Riecher haben, denn wir haben, wie wir Dir ja schrieben, vermutet, dass Du keine Stellung hast. Es ist unrecht von Dir, dass Du uns darüber nicht früher geschrieben hast, man hätte doch dann Meinungen austauschen können. Du musst ja wissen, was richtig ist, wenn ich auch der Meinung bin, dass N.Y. immer noch besser ist, nicht weil man dort mehr Abwechslung hat, ich stehe aber nach der Erfahrung bei Walter auf dem Standpunkt, dass, wenn N.Y. auch überlaufen ist, es auch bedeutend mehr Chancen gibt etwas anderes zu finden. Aber ich hoffe, dass Du in deinem neuen Domizil Glück hast. Schreibe uns nur recht ausführlich und vor allen Dingen den Kopf hoch und nicht verzagen, es wird schon werden. Was ist mit Herbert Baum, er wollte Dir doch helfen, so hat er an seine Eltern geschrieben. Tante Else ist bei uns und sagte dies. Du schreibst mir von einem Brief, den Hans an mich geschickt hat, ich habe bis jetzt nichts bekommen. Hast Du unsere spanischen Grüße bekommen?

Seifert hat heute, nachdem ich ernst gemacht habe und entweder auf genaue Erfüllung des Vertrages bestand, oder das Haus an Dr. N. verkaufe und mich beim Regierungspräsidenten beschwerte, dass S. den Vertrag nicht erfüllt, ohne etwas zu schreiben, das Geld eingezahlt und will jetzt übernehmen. Mit diesem Herrn kann man nur fertig werden, wenn man ihm massiv kommt. Für Alfred suchen wir an allen Ecken und Enden Vertretungen, hoffentlich hat etwas Erfolg. Also mein lieber Junge, bleibe tapfer und lasse Dich keinesfalls unterkriegen. Du kennst ja meine Ansicht, wenn es das erste Mal nicht geht, dann das zweite oder dritte Mal und ich hoffe, Du wirst an meine Worte denken, wenn es nicht so ist, wie Du hoffst.

Herzliche Grüße und Küsse, in Liebe, Dein Vatel

Bei 50 Stunden Fahrt muss die Entfernung von N.Y. doch mindestens 2000-2500 km sein.

 
Mein geliebter Junge!

Morgen, den 14ten drücke ich den Daumen für Dich, alles, alles Gute für die Zukunft im Neuland. Ich finde es nicht so falsch, dass Du etwas anderes versuchst, zumal Du ja wieder zurück kannst, wenn es Dir absolut nicht gefallen sollte. Wir erwarten Deine Berichte mit größter Spannung und unsere Gedanken sind immer bei Dir. Uns geht es gut, Tante Else ist jetzt bei uns und wir verleben recht gemütliche Tage miteinander.

Vatel hat Dir ja schon alles Wissenswerte mitgeteilt. Du hast bestimmt Recht mir Deiner Korrektur meines english, aber es ist ja das Wichtigste überhaupt sprechen zu können. Nun die Haussache bald erledigt sein wird, wird Vatel hoffentlich mit english anfangen, leider bin ich keine Pädagogin. Ich freue mich, dass Du ohne großen Trennungsschmerz N.Y. verlässt und mit Mut an das Neue herangehst. Du hast Recht nur an heute zu denken und die states richtig erfasst hast. Nochmals, alles, alles Gute, mein guter Junge, in inniger Liebe,

grüßt und küsst Dich Deine Muttel.
German | English (translation)
No. 24
My dear Heinz!

I acknowledged getting No. 23 on my postcard already. Today, I will answer it. As you can see, your parents have excellent intuition, since we suspected, as we told you in our letter, that you had lost your job. It wasn’t right of you not to tell us about it earlier. Then, we could have discussed the matter. You have to know yourself what is the right thing to do, although I am still of the opinion that N.Y., even though it is full of people, holds more opportunities for finding something new. But I hope that you will have lots of luck in your new domicile. Write to us in detail and keep your chin up, everything will fall in place. What is going on with Herbert Baum? He wanted to help you, didn’t he? That’s what he wrote to his parents. Aunt Else is visiting and told us. You write of a letter that Hans wrote to me. I haven’t received anything as of yet. Did you get our Spanish greetings?

Today, Seifert deposited the money without saying a word. Of course, he only did this after I got serious with him and told him that either he honor the contract, or I would put in a complaint with the regional president. You can only deal with this guy by letting him know you mean serious business. We are looking everywhere for export possibilities for Alfred. I hope he’ll be successful. Ok, my son, stay brave and don’t let yourself be discouraged. You know my motto, if it doesn’t work out the first time, then it will the second or third time, and I hope you will think about my words when things don’t go your way.

Warmest regards and kisses,
with love,
your Vatel

If it is a 50 hour drive from N.Y. then the distance must be at least 2000-2500 km.

My beloved son!

Tomorrow, on the 14th, I will keep my fingers crossed for you and wish you the very best for your future. I don’t think it’s wrong at all that you try something new, especially since you can always go back if you don’t like it at all. We anxiously await your reports, and our thoughts are always with you. We are doing well. Aunt Else is here with us right now, and we are having a good time together.

Vatel has already told you all the news. You are probably right with your corrections of my English, but it is even more important to be able to speak anyway. Now that the business with the house is almost finished, he will hopefully start learning English as well. Unfortunately, I am not a pedagogy expert. I’m happy that you can leave N.Y. without much of a sad feeling and that you can apply your courage to new beginnings. You are right only to think of today and have gotten the right feel for the States. Again, the very best of luck, my dear son, with tender love,

regards and kisses from your Muttel.