Letter from Curt and Regina Shönwald to Henry Wald, October 31, 1939

Date
October 31, 1939
Format
Category
Subcategory
Repository
George A. Smathers Libraries, University of Florida
Collection
Schönwald Family Correspondence
Bibliographic ID
MSS 0510; https://findingaids.uflib.ufl.edu/repositories/2/resources/1582
Sender(s)
Shönwald, Curt
Shönwald, Regina
Sent from
Berlin, Schöneberg, Germany
Recipient(s)
Wald, Henry
Received at
New York
 
Nr. 34
Mein lieber Henry!

Zu gleicher Zeit kamen am 28.10. Dein Brief 31 v. 1.10., der Clipperbrief 33 vom 20.10. und als Kuriosum Deine Karte vom 29.8. an, in der Du schreibst, dass Dir Dein Freund Bernhardt geschrieben hat. Wir freuen uns jedenfalls sehr, dass es Dir weiterhin gut geht und Dein Chef mit Dir zufrieden ist. Wie stellt er sich denn mit Gehaltszulage? Margot sitzt noch in Köln, ihr Schiff ist noch nicht abgefahren. Sie hofft am 7.11. zu reisen. Heute ist ein Vetter von Trude Schlesinger, ein Herr Bartenstein über Italien abgereist. Ich habe ihm Grüße für Dich aufgetragen. Beide haben aber noch Deine alte Adresse, sorge dafür, dass man Dir ihre Post oder Anruf nachsendet, denn sonst versuchen sie vergeblich Dich zu sprechen. Brauers haben uns Deinen Brief geschickt, es wird diesmal lange dauern bis Du von ihnen Antwort bekommst. Sie waren vorige Woche extra hier sich von uns zu verabschieden, es war sehr schmerzlich für sie und uns, und es war ein so schwerer Abschied, genau als wenn unsere Kinder fortgingen. Brauers Freunde haben alles bereit gestellt und so reisten B. heute nach Chile ab. Ihre Adresse ist: Santiago de Chile, Glasificator 16 bei Werner. Vielleicht kannst Du uns auch einmal einen solchen Katalog der Versandfirma zuschicken, es wäre auch für uns ein gutes Lexikon. Mit den 2 Mädchen in deiner Pension hoffe ich geht alles in Ordnung? Brief 32 von Dir fehlt noch, aber er wird schon noch kommen. Von Suse hören wir leider gar nichts. Hat Dir Lothar nun endlich alle Deine Sachen gegeben? Da Lachmanns Deine Briefe immer mit sehr großem Interesse lesen, bitte ich Dich sie doch öfters zu erwähnen und grüßen zu lassen. Alfred G. ist leider immer noch krank, aber bis zum 5.12. wird er nach zuverlässigen Angaben der Ärzte vollkommen hergestellt sein. Dies ist wenigstens ein Hoffnungsstrahl. Nun leb wohl und schreibe uns bitte regelmäßig, denn wir warten immer auf Deine ausführlichen Briefe und dann ist immer, besonders für Muttel, ein Feiertag.

Herzliche Grüße und Küsse, Dein Vatel
Mein lieber Junge!

Über Deine beiden Briefe habe ich mich sehr gefreut, ganz besonders, dass Du gesund bist und dass es Dir gut geht. Deine Ausführungen interessieren mich immer sehr. Ich freue mich, dass die Branche Dir liegt und gut gefällt. Zu so etwas hätte ich auch große Lust. Kaufen und verkaufen ist sehr interessant.

 

Bei uns beginnen nun die kurzen Tage. Dafür haben wir gemütliche Abende.

Der Abschied von Br. hat uns sehr erschüttert. Hoffentlich haben sie Glück und finden dort bald Arbeit. Der Bruder Georg und dessen Verwandte sind alle dort. Margot und Günther sollen später nachkommen. Wahrhafte, aufrichtige Freunde haben wir an B. gehabt wie man sie wohl selten findet.Hier ist jetzt die No. 43.000 dran, die erst im Frühjahr heran kommen sollte, alles geht schneller wie einst angenommen wurde. Schreibe doch mal einen Brief an Onkel Adolf, da sie von Suse nichts hören, sie sind glücklich mal Post von jemanden zu bekommen. L. würden gerne eine kleine Wohnung nehmen, doch ist es schwer etwas passendes zu finden.

Hast Du Deinen Freund aus Neustadt gesprochen? Hoffentlich ist Deine neue Wohnung weiter zufriedenstellend, sind es Amerikaner?

Ich grüße und küsse Dich herzlichst, mein guter Junge,
alles, alles Gute,
innigst in Liebe, Deine Muttel
Mein lieber Heinz!

Deine lieben Briefe haben mich auch sehr erfreut und hoffe es geht Dir mein lieber Junge weiter so gut wie bis jetzt. Uns geht es Gott sei Dank gesundheitlich gut, was ja auch die Hauptsache ist. Am Sonntag waren Lachmanns hier, es war sehr nett. Wir denken viel an Dich und freuen uns, wenn es Dir gut geht. Sende ich Dir herzliche Grüße, in Liebe

Tante Hanna.
German | English (translation)
No. 34
My dear Henry!

On 10.28 your letter No.31, dated 10.1., and the Clipper letter No.33, dated 10.20. arrived on the same day. And as a curiosity, your postcard dated 8.29., where you mention that your friend Bernhard wrote to you, arrived as well. We are, above all, happy that you continue to do well and that your boss is satisfied with your performance. How does he feel about a raise? Margot is still waiting in Köln; her ship still hasn’t left harbor. She hopes to depart on 11.7. Today, a cousin of Trude Schlesinger, a Mr. Bartenstein, left via Italy. I sent regards with him for you. They both still have your old address, however, make sure that you can get your messages and mail relayed to you, otherwise they will try to contact you in vain. Brauers sent us your letter. It will take a while this time before you’ll receive an answer. They came by last week to say farewell. It was very painful for them and us. It was such a difficult goodbye, as hard as if our own children were leaving. Brauer’s friends have made all arrangements and so they left for Chile today. Their address is: Santiago de Chile, Glasificator 16 c/o Werner. Maybe you could send us a catalog like that sometime. It would be a good encyclopedia for us. I hope everything is ok with the 2 girls in your apartment house? Your letter No. 32 is still missing, but it will arrive soon. Unfortunately, we never hear from Suse at all. Has Lothar given all of your things to you finally? Since Lachmanns always read your letters with the greatest interest, please mention them sometimes and say hello. Alfred G. is unfortunately still sick, but he will be, according to the doctors, completely well again by 12.5. That is at least something to look forward to. Take good care and write to us regularly, because we always wait impatiently for your letters, and when they arrive, it is always a holiday, especially for Muttel.

Warmest regards and kisses, Your, Vatel
My dear son!

I was very happy to receive your letters, and especially because you are healthy and doing well. Your reports are always so interesting to me. I’m glad that your job is right for you and that you like it. I would like it too. Selling and buying is a very interesting profession.

Shorter days are here now, but we get comfortable evenings in exchange.

Saying farewell to Br. was very difficult. I hope they get lucky and find work fast. Their brother Georg and all relatives are there. Margot and Günther are supposed to join them later. They were dear and trusting friends to us like you don’t find very often. No. 43 000 is now being called here which will have their turn in the Spring. Everything is going faster than expected. Please write a letter to Uncle Adolf. They never hear from Suse and are happy to get mail from somebody. L. would like to rent a small apartment, but it is difficult to find something.

Have you spoken with your friend from Neustadt? I hope you still like your new apartment. Are they Americans?

Warmest regards and kisses, my dear son,
wishing you the very best,
with love, your Muttel
Dear Heinz!

I am always delighted to read your letters and hope you continue to do as well as you have been. We are doing well health-wise, thank God, which is most important. Sunday, the Lachmanns were here and we had a good time. We think of you often and are glad when you write that you’re doing fine. I’m sending you my best, with much love,

Aunt Hanna