No. 37
5.12.39
Mein geliebter Junge!
Deinen lieben Brief erhielten wir heute früh und freuen uns sehr darüber, dass Du gesundbist und
arbeitest. In der Zwischenzeit ist wohl auch die Angelegenheit mit Deinem Kollegen zu Deiner und des Boss Zufriedenheit geregelt worden. Wir freuen uns über das Vertrauen, dass der Boss zu Dir hat und Deine gerade, korrekte Art wird Dirweiterhelfen. Es wäre schön, wenn man sich immer aussprechen könnte, die Lebensmittelbranche ist doch sehr gut, und Du hast ja im Einkauf immer eine gute Nasegehabt und da Du auch selbst verkaufst, kennst Du die Wünsche der Kundschaft ambesten. Wie wird Weihnachten drüben gehalten? Am 1.12. war es ein Jahr, dass wir das Geschäft übergeben haben. Am 18.11. war unser 30-jähriger Hochzeitstag. Nun wirst Duauch schon Margot L. gesprochen haben. Von Alfred und Suse haben wir alle 14 TageNachricht. Wir sind alle gesund. Neulich waren wir zur Einäscherung von Lene Böhm,die Schwester von Lisbeth Schönwald aus Gleiwitz, es waren aber wenige Verwandte da.
Ich grüße und küsse Dich innigst, bleib gesund,
alles, alles Gute,
in Liebe,
Deine Muttel.
Mein lieber Junge!
Diesmal haben wir länger, bis am 20.11. auf Nachricht gewartet. No. 38 vom 17.11.Clipper kam
heute an. Es fehlt immer noch 36. Hoffentlich hast Du Herrn Bartensteinschon gesprochen. Margot L.
solle heute Boot angekommen. Albert habe ich jetztinformal besucht, sein Schicksal wird sich für übermorgen entscheiden. Warum läßt Duniemals Lachmanns und Hanna grüßen? Seit September sind die amerikanischen Nummern von 43 auf knapp 47 000 vorgerückt. Es geht jetzt sehr schnell. Ich hoffe, dassgeschäftlich bei Dir alles gut verlaufen ist, nur würde mich freuen bald darüber zu hören. Plockis geht es gut. Sie sind noch hier und haben noch keine Aussicht fortzukommen.
Herzliche Grüße und Küsse,
Dein Vatel.