Letter from Curt and Regina Shönwald to Henry Wald, December 15, 1939

Date
December 15, 1939
Format
Category
Subcategory
Repository
George A. Smathers Libraries, University of Florida
Collection
Schönwald Family Correspondence
Bibliographic ID
MSS 0510; https://findingaids.uflib.ufl.edu/repositories/2/resources/1582
Sender(s)
Shönwald, Curt
Shönwald, Regina
Sent from
Berlin, Schöneberg, Germany
Recipient(s)
Wald, Henry
Received at
New York
 
Nr. 38
Mein lieber Junge!

Dieser Brief ist mit einer Marke von 2 RM. frankiert. Sie ist von einem neuen Satz, derenandere 13 Stück ich nach und nach frankieren werde. Außerdem habe ich jetzt auch dieletzte Reichsparteitagsmarke bekommen. Dein Brief 39 vom 26.11. kam gestern an. Nr. 37 ist aber bisher nicht eingetroffen und scheint verloren gegangen zu sein. EineKarte aus der Ausstellung vom 23.10. mit Dore Rapp unterschrieben kam vor 4 Tagen an.Inzwischen hast Du Treuloser nun ja Frl. Dore verlassen. Wir haben uns mit dem InhaltDeines letzten Briefes sehr gefreut. Es ist doch etwas sehr schönes von fremden Leutenanerkannt zu werden und wenn auch nur Aussicht zu haben einmal selbstständig zuwerden. Wie gern möchten Muttel und ich Dir dann helfen und zur Seite stehen, alsogeben wir uns vorläufig dieser Hoffnung hin. Inzwischen hat sich das Schicksal vonAlfred entschieden, die Ärzte haben ihn für vollkommen gesund erklärt, aber er mussunbedingt eine Erholungskur bis 7. Mai machen, wenn sein Leiden sich nicht durchbesondere Umstände wesentlich bessert. A. ist aber mit dem Verlauf seiner Krankheitzufrieden, ebenso seine Angehörigen, es ist ja alles getan worden. Von einem Bekanntenhörten wir, dass Deine Briefe an den Kursus sehr freundlich aufgenommen worden sind.Wir leben wie bisher, ab Januar nehme ich englische Stunde und werde dann alles daransetzen vorwärts zu kommen. Ich habe Dich gebeten in Deinen Briefen immer einen Grußan Lachmanns heranzuschreiben, warum tust Du uns nicht diesen kleinen Gefallen. ÜberL. hörten wir jetzt kurz hintereinander zweimal von Suse, sie lassen sich jetzt ihre Lifts,die noch in dortigen Hafen lagen kommen und wollen sich ein kleines Haus mieten. WasAlfred beginnt ist aber nicht zu erfahren.

Hoffentlich triffst Du Herrn Bartenstein recht bald, ich wäre über den Bericht DeinerUnterhaltung mit ihm sehr erfreut.Nun leb wohl und lass uns nicht so lange auf Nachrichten warten, denn es ist auch für unsjedes Mal ein besonderer Tag, wenn Post von Dir kommt.

Herzliche Grüße und Küsse, Dein Vatel.
  Mein geliebter Junge!

Sehr erfreut hat uns Dein lieber Brief, dass es Dir gut geht und Du gesund bist. Auch wirsind gesund und es geht uns gut. Heute haben wir den ersten kalten Tag mit 4 Grad Kälte,aber wir haben eine schöne warme Wohnung und fühlen uns behaglich darin. Schnee undEis hatten wir noch nicht. Wird drüben Weihnachten auch so begangen wie hier? VonSuse haben wir alle 14 Tage Nachricht. Beide haben Räder und sie schreiben, dass esihnen gut geht. Dass dir ein Herr Kredit angeboten hat, ist ein sehr schönes Zeichen vonVertrauen und das Deine Arbeit richtig eingeschätzt wird. Ich freue mich, dass Du wiederein schönes Zimmer gefunden hast, in den wenigen Freistunden, die Du hast, musst DuDich auch wohlfühlen. Tworogen waren neulich zum Kaffee bei uns, sie lassen Dichgrüßen. Frau Hanna Brauer, die in Dresden geblieben ist, schrieb uns neulich, dass sienoch keine Nachricht von ihren Kindern hätte, dass sie gelandet seien. Lieber Henry,warum schreibst Du nie Grüße für Onkel und Tante und Tante Hanna? Wir sind viel mitL.’s zusammen und sie haben sich uns sehr eng angeschlossen, wir sind beide Teile froh,dass wir hier wohnen. Wir hörten neulich von einem Herrn, dass Du so nette Briefe anden Kursus geschrieben hast, die dort sehr erfreut haben. Du sprichst wohl nun ganzperfekt? Hast Du Walter L. gesprochen oder nur brieflich, bitte grüße ihn wieder. GuteFeiertage wünsche ich Dir, herzliche.

Grüße und Küsse,
alles, alles Gute,
innigst in Liebe,
Deine Muttel.
German | English (translation)
No. 38
My dear son!

This letter contains a 2 RM [Reichsmark] stamp as postage. It is part of a new series. I will use the other 13 in the series on successive letters. Also, I just got the last Reich’s Party stamp. Your letter No. 39, dated 11.26., arrived yesterday.

No. 37 still hasn’t arrived and seems to have gotten lost. 4 days ago, a postcard from the exhibition arrived signed by Dore Rapp. Of course, in the meantime, you have left Miss Dore, you Casanova. We were very happy with the content of your last letter. It is nice to be acknowledged by strangers, even just to have hopes to become self-employed someday. How Muttel and I would love to help you then and be by your side. For now, we will keep this hope alive. In the meantime, Alfred’s condition has been declared as perfectly healthy by the doctors. But he must participate in a rest and recovery program lasting until May 7th, unless his suffering changes by some chance. A. is happy about the course of the illness and so are his relatives. Everything that could be done has been tried. We heard from an acquaintance that your letters to the Course were received well. We live as always. Beginning January, I will start taking English lessons and will try my best to get ahead. I had asked you to always include a hello for Lachmanns, why don’t you do me that little favor? We just received two messages in a row via L. They are having their lifts delivered which were still at the local harbor. They want to rent a little house. I don’t know what it is that Alfred is starting.

I hope you will meet Mr. Bartenstein soon. I would be very interested to hear about your conversation with him.

Take care, and don’t let us wait too long for news from you. It is always a special day for us when we receive mail from you.

Warmest regards and kisses, Your Vatel
My beloved son!

We received your lovely letter and were very happy that you are doing well and arehealthy. We are healthy and doing well too. Today was the first really cold day, 4 degrees [Celsius], but we have a nice warm apartment and feel very cozy. So far, we haven’t had any snow or ice. Do they celebrate Christmas like they do over here? We get news from Suse every 14 days now. Both have bicycles and write that they are doing well. It is a nice sign of trust to have a strange gentleman offer you credit, and it shows that your work is being appreciated. I’m glad that you found another nice apartment. You ought to feel comfortable in the few hours that you are off from work. Tworogen came by for coffee the other day and send their best. Mrs. Hanna Brauer who stayed in Dresden wrote to us recently and let us know that she hasn’t received any message from her kids that they have landed safely. Dear Henry, why don’t you ever say hello to Uncle and Aunt and Aunt Hanna? We spend a lot of time together with L.’s and have become very close. Both of us are glad that we live here together. We heard the other day that you’ve written lovely letters to the Course, and that they appreciated them a lot there. Are you speaking fluently now? Have you spoken to Walter L. in person or only via letter? Please say hello. I hope you have nice holidays.

Warmest regards and kisses,
wishing you the very best,
with tender love,
your Muttel.