Letter from Curt and Regina Shönwald to Henry Wald, April 5, 1940

Date
April 5, 1940
Format
Category
Subcategory
Repository
George A. Smathers Libraries, University of Florida
Collection
Schönwald Family Correspondence
Bibliographic ID
MSS 0510; https://findingaids.uflib.ufl.edu/repositories/2/resources/1582
Sender(s)
Shönwald, Curt
Shönwald, Regina
Sent from
Berlin, Schöneberg, Germany
Recipient(s)
Wald, Henry
Received at
Lincoln, Nebraska
 
Nr. 51
Mein lieber guter Junge!

Wir haben Deinen etwas traurig gestimmten Brief vom 9.1. Nr.45 zu gleicher Zeit mit dem freudigen Nr.54 v. 18.3. erhalten. Die Briefe 52 und 53, die uns wohl als Kommentar zu Nr.54 dienen werden und uns über die näheren Verhältnisse zu Goldy und deren Eltern und was so alles drum und dran hängt, fehlen leider noch, so dass wir nur raten können. Du wirst verstehen, dass wir an all diesen Dingen, die Dich und Deine Zukunft betreffen sehr großes Interesse haben. Jedenfalls, mein lieber Junge, freue ich mich von Herzen, wenn sich Deine Zukunft so gestaltet, wie Du Dir wünschst und Du in Goldy eine richtige Partnerin fürs Leben gefunden hast. Ich weiß, dass Du trotzdem Deine Dir nun leider durch die Verhältnisse uns gegenüber auferlegte Pflicht nicht vergessen wirst, denn Du wirst ja doch gut verstehen, dass wir nicht Lust haben, uns von Alfred ernähren zu lassen und leider müssen wir ja nun in nicht allzu langer Zeit an eine Auswanderung denken.

Ich habe vergessen, Dir für Deine Wünsche zu meinem 60. herzlichst zu danken, es war ein trauriger Tag für mich, so ohne seine Kinder zu verleben. Es wird nötig sein, dass Du noch eine zeitlang postlagernd dort nachfragst, denn mein Bekannter, der nach Cuba ging, wollte Dir dorthin schreiben. Also wie gesagt, ich hoffe recht bald näheres zu hören und bitte Dich alles zu wiederholen, da man ja damit rechnen muss, dass Briefe verloren gegangen sind und wir wollen uns doch über alles mit Dir freuen. Jedenfalls grüße ich auch Goldy und deren Angehörige herzlichst.

Für heute sei Du herzlichst gegrüßt und geküsst. Von Deinem Vatel

Marken kommen noch. Heute 40 und 5 Kameradschaft

 
Mein guter Junge!

Heute kann ich Dir Deinen lieben Brief No.45 vom 9.1. und den sehr lieben Brief No.54 vom 18.3. bestätigen. Der erste ist ja doch nun überholt, aber es fehlen ja noch einige Zwischenbriefe, die uns alles verständlicher gemacht hätten. War nun der 22.3. für Deine Zukunft ausschlaggebend? Wir werden es sicher bald hören. Hoffentlich bist Du glücklich, denn nichts ersehne ich mehr für Dich als eine liebe Frau, die mit Dir fühlt, die Dich verstehen lernt und Deinen Weg mit Dir geht. Natürlich versteht sich dasselbe für Dich. Ich will nicht vorgreifen und erst Deinen nächsten Brief abwarten. Da gibt es noch viele gute Worte, die eine Mutter bei dieser Gelegenheit zu sagen hat. Wie nett, dass Du immer mal jemand triffst aus der Heimat. Uns geht es gut. Hoffentlich bekommst Du jetzt besser die Post von uns. Korrespondierst Du regelmäßig mit Suse? Schreibst Du auch manchmal an Tante Betty? Ich freue mich jedenfalls, dass Du so liebe Menschen kennengelernt hast. Wie ist das Klima bei Euch? Wir haben es für April noch ganz schön kalt, aber es wird ja nun immer schöner. Lubras und Schäfers wohnen in einer Villa zusammen in Dresden. Sie schrieben uns sie hörten seit 3 Monaten nichts von Walther. Es wird wohl nun auch besser werden. Also alles Gute, mein lieber Junge, grüße Deine Freunde von mir, Sie besonders, in inniger Liebe,

Deine Dir gute Muttel.
Mein lieber Heinz!

Auch ich habe mich herzlich mit Deinem lieben Brief gefreut und wünsche Dir meinlieber Junge Du mögest recht glücklich werden, bleibe recht gesund und alles Gute fürdie Zukunft

in herzlicher Liebe, Deine Tante Hanna
1590
German | English (translation)
No. 51
My dear son!

We received your somewhat sad sounding letter No. 45, dated 1.9., on the same day as No. 54, dated 3.18, which seemed much happier. Letters No. 52 and 53, which would serve us as a commentary to No. 54, and which would help us better understand the circumstances regarding Goldy and her parents, etc., are still missing. Therefore, we can only guess at things. You will understand that we are very interested in anything which pertains to you and your future. In any case, my dear son, I would be happy beyond believe if your future would work out in a way that you are hoping. I also hope that you’ve found the right partner for life in Goldy. I know that you would not forget your duty to us because of these new developments. You must understand that we would not want Alfred to have to feed us, and unfortunately, we will have to think about emigration soon.

I forgot to thank you for your congratulations to my 60th, it was a sad day for me without my kids. It will be necessary for you to keep checking at the post office because my acquaintance wanted to write to you there. Alright, I hope to hear more from you soon, and please repeat important things because one has to assume that the letter could get lost. We want to share in your life as much as possible. Warmest regards to Goldy and her family.

Warmest regards and kisses to you as well, your Vatel.

More stamps soon. Today, 40 and 5 Comradeship

My dear son!

Today, we received your lovely letter No. 45, dated 1.9, and your very lovely letter No. 54, dated 3.18. The first one is somewhat outdated by now, but there are still letters missing in between, which would have made things clearer for us. Was 3.22. an important day for your future? We will hear soon, I’m sure. I hope you are happy. There’s nothing I want more for you than a lovely wife who feels for you and understands you and shares life with you. The opposite is also true. I don’t want to jump ahead and wait for your next letter. There is still much that a mother has to say in such a situation. How nice that you always meet someone from your homeland. We are doing well. I hope you’ll receive our letters more regularly soon. Are you in regular contact with Suse? Are you writing to Aunt Betty sometimes? I am happy to hear that you have met such nice people. How is the weather over there? It is still pretty cold here for April, but it will soon get better. The Lubras and Schäfers are living in a villa together in Dresden. They wrote that they haven’t heard anything from Walther in 3 months. Things will improve now, I hope. All right, my dear son, say hello to your friends from me, especially to HER, with tender love, yours truly,

Your Muttel.
My dear Heinz!

I was also delighted to read your last letters. I hope that you will be very happy. Stay healthy and best wishes for the future,

with tender love, your Aunt Hanna.
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