Letter from Curt and Regina Schönwald to Henry Wald, November 1, 1940

Date
November 1, 1940
Format
Category
Subcategory
Repository
George A. Smathers Libraries, University of Florida
Collection
Schönwald Family Correspondence
Bibliographic ID
MSS 0510; https://findingaids.uflib.ufl.edu/repositories/2/resources/1582
Sender(s)
Schönwald, Curt
Schönwald, Regina
Sent from
Berlin, Schöneberg, Germany
Recipient(s)
Wald, Henry
Received at
Lincoln, Nebraska
Letter from Curt and Regina Schönwald to Henry Wald, November 1, 1940
 
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Mein lieber Junge!

Diese Woche haben wir noch keine Nachricht von Dir. Anbei sende ich eine Geburtsurkunde, ein Duplikat kommt mit dem nächsten Brief. Mein lieber Heinz, ich bin überzeugt, dass Du alles tust, um uns bei Dir zu haben und es wohl zur Zeit nicht möglich ist. Wir wollen unter den bescheidensten Verhältnissen leben, aber den einzigen Wunsch, den Muttel und ich noch haben, ist mit Dir zusammen zu sein. Hoffentlich erleben wir es noch. Ich möchte gern die Adresse Deiner Firma haben, es ist immer besser man hat zwei Adressen von Dir, ebenso habe ich keine Adresse, d.h. die neue von Suse, vielleicht kannst Du mir die Straße, wo sie jetzt wohnt mitteilen. Ein Tag vergeht für uns wie jeder andere, nur kommen Zeiten, wo wir uns unendlich nach Dir sehnen. Am 24.11. hat Onkel Hugo Geburtstag, ich glaube er wird 75, weiß es aber nicht genau.

Korrespondierst Du mit Hans? Seit August vorigen Jahres betreue ich seine alten Tanten und mache ihnen alles, das kannst Du ihm sagen, falls Du mal hinkommst.

Nun sei herzlichst gegrüßt und geküsst, von Deinem Vatel.
Mein lieber guter Junge!

Hoffentlich bist Du wohl und munter und geht es Dir gut. Wir sind gesund. Die Mutter deines Freundes kann ich nicht verstehen, statt alles zu tun, um möglichst ihrem Sohn zu helfen, hat sie scheinbar noch nicht genug gelernt, solche Menschen gibt es halt auch. Ich lerne ganz nach amerikanischem Stil sprechen. Aussprache, Sitten und Gebräuche, die Dame bei der ich den Zirkel habe, ist eine vorzügliche Lehrerin für amerikanisch englisch. Scheins und Lubras schreiben manchmal aus Dresden, aber gesehen haben wir uns nicht wieder, auch sie sind alle gesund, ebenso Schäfers. Lachmanns und Tante Hanna lassen auch vielmals grüßen. Sie lesen Deine Briefe immer mit dem größten Interesse. Mit Muttel Brauer stehe ich in Korrespondenz, sie hört nur Gutes von ihren Kindern und das ist ja auch für die alte Dame richtig, sie hat ein wenig Freude daran, helfen kann sie den Kindern doch nicht.

Ich grüße und küsse Dich innigst,
bleib gesund,
in Liebe,
Deine Muttel.
German | English (translation)
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My dear son!

We haven’t heard anything from you this week. I’m enclosing a birth certificate. The copy will follow in the next letter. My dear Heinz, I’m quite sure that you have done everything now to have us join you. It must not be possible at the moment. We would live most parsimoniously. The only wish your mother and I still have is to be able to be together with you. Hopefully, we will live to see the day. I would like to have the address for your company. It’s always better to have two addresses for you. I also don’t have an address, that is, the new address, for Suse. Maybe you could tell me the street where she now lives. One day passes like the next for us. There are times when we think of you longingly. Uncle Hugo’s birthday is on 11.24. I think he’s turning 75, but I don’t know for sure.

Do you write to Hans? I’ve been taking care of his aunts since August of last year and am doing everything I can for them. You can tell him that if you ever visit his place.

Warmest regards and kisses, from your Vatel.
My dear son!

I hope you are well and happy and feeling fine. We are doing well. I can’t understand your friend’s mother. Instead of doing everything she can to help her son, she hasn’t learned enough yet to do so. There’s people like that out here too. I’m learning to speak in the American way. I’m also discovering manners and habits. The lady who is teaching us is a great teacher for American English. The Scheins and Lubras sometimes write from Dresden. But we haven’t seen each other since then. They are all healthy too, also the Schäfers. The Lachmanns and Aunt Hanna are sending their best. They are reading your letters with the greatest interest. I’m also in contact with Muttel Brauer. She only hears the good things from her children, and that is how it should be too. She gets some enjoyment through it since she cannot help her children anyways.

I’m sending my warmest regards and kisses,
stay healthy,
with love,
your Muttel.