Letter from Curt and Regina Schönwald to Henry Wald, July 16, 1941

Date
July 16, 1941
Format
Category
Subcategory
Repository
George A. Smathers Libraries, University of Florida
Collection
Schönwald Family Correspondence
Bibliographic ID
MSS 0510; https://findingaids.uflib.ufl.edu/repositories/2/resources/1582
Sender(s)
Schönwald, Curt
Schönwald, Regina
Sent from
Berlin, Schöneberg, Germany
Recipient(s)
Wald, Henry
Received at
Lincoln, Nebraska
Letter from Curt and Regina Schönwald to Henry Wald, July 16, 1941
 
Curt Schönwald Berlin-Schöneberg Kolonnenstraße 10/11 Mr. Henry W. Wald 311 North 18th. street Lincoln–Nebraska
Nr. 114
Mein lieber Junge!

Wir waren sehr erfreut in den letzten Tagen 2 Briefe von Dir zu erhalten und zwar 110 (kam zweimal diese Nummer) und 111, woraus wir ersehen konnten, dass Du die Operation gut überstanden hast. Hoffentlich sind auch keine Nachwehen entstanden. Von Suse und Alfred bekamen wir über Rotes Kreuz vom 10.2. Nachricht, worin sie auch schreiben, dass Du ihnen nicht schreibst. Nun hat sich unsere Auswanderungssache grundlegend geändert, nachdem die Konsulate geschlossen worden sind. Was eigentlich nun zu tun ist, darüber ist zur Zeit eine richtige Auskunft nicht zu erlangen, es wird ganz verschieden erzählt. Einmal sollen Elternanforderungen trotzdem, aber von Washington aus möglich sein, ob dies stimmt kann ich von hier aus nicht feststellen. Ich wohne hier im Hause mit einer Frau Aschheim zusammen, deren Tochter in Chicago verheiratet ist und die dort einen sehr gutgehenden Candy-store haben und in allen Auswanderungsangelegenheiten sehr gut Bescheid wissen, da sie ja die Mutter herüber haben wollen und alles so ziemlich fertig haben. Frau A. gab mir ihre Adresse und sagte, Du möchtest Dich unter Berufung auf sie und unsere Freundschaft sofort an sie wenden, sie wird Dir bereitwilligst alle gangbaren Wege mitteilen, da ich ihrer Mutter in allen Sachen auch gefällig bin. Also schreibe ausführlich an Frau Lotte Goldsmith geb. Aschheim, ihre Adresse ist Firma Lottacandy, 5503 Hyde Park Blvd, Chicago, Illinois. Von Dir fehlt noch Form 575 aus Washington, dies betrifft die Bestätigung Deiner legalen Einwanderung. In jedem Falle ist mir von einem Herrn des hiesigen amerikanischen Konsulats geraten worden, trotz aller zur Zeit eingetretenen Schwierigkeiten mir von Dir alle Papiere nach hier senden zu lassen, damit ich alles komplett in der Hand habe und nichts irgendwo anders liegt. Der einzig gangbare Weg zur baldigen Auswanderung ist zur Zeit über Cuba, aber dies scheitert ja an dem sehr hohen Depot dort. Frau Clara Gossmann ist heute nach Cuba abgefahren. Alfred hat das Depot gestellt, wie er es gemacht hat, weiß ich nicht. Soeben ist Frau Aschheim bei mir und bittet Dich ihrer Tochter auch mitzuteilen, dass Du früher Schönwald geheißen und ihre Tochter ist früher sehr mit Ernst Schönwald befreundet gewesen. Frau A. versichert mir, dass ihre Tochter auch gern einige Wege in dieser Angelegenheit in Chicago erledigen wird, da sie ja dort den Hilfsverein zur Verfügung hat, der alle diese Angelegenheiten erledigt. Ich bin nun begierig zu hören, was Du erreichen wirst und erwarte baldigst Nachricht, denn Du kannst Dir ja denken, dass uns diese Sache sehr am Herzen liegt. Frau Aschheim erhielt heute Brief von ihrer Tochter, dass tatsächlich Anforderungen von Eltern über W. möglich sind, sofern Eltern hier allein dastehen und dies ist ja bei uns der Fall.

Bleibe recht gesund und sei herzlichst gegrüßt und geküsst, Dein Vatel
Mein lieber Junge!

Ich bin sehr glücklich, dass Du Deine Operation so gut überstanden hast, jedenfalls bist Du nun sicher, dass Du keine Mandelentzündung oder ähnliche Beschwerden zu befürchten hast und dass ist ja auch sehr wichtig. Uns geht es gut, wir hatten eine sehr große Hitze täglich über 30 Grad im Schatten und ich habe bei der Arbeit viel Schweiß gelassen. Ich freue mich sehr, dass Du so guten Anschluss an Jennie gefunden hast, hat sie noch ihre Eltern?

Hoffentlich hast Du den Rest Deiner Ferien noch nett verlebt. Ich grüße Dich recht herzlich, bleib weiter gesund und sei innigst gegrüßt und geküsst, von Deiner Dir guten Muttel.
German | English (translation)
Curt Schönwald Berlin-Schöneberg Kolonnenstraße 10/11 Mr. Henry W. Wald 311 North 18th Street Lincoln - Nebraska
No. 114
My dear son!

We were very happy to receive 2 letters from you in the last few days, No. 110 (this number came twice) and 111. We know now that you have survived your operation. We hope that there are no unpleasant after-effects. We received a message from Suse and Alfred dated 2.10. through the Red Cross. They tell us that you don’t write. Our emigration issue has changed completely now that the consulates are all closed. It isn’t clear at the moment what one should do. Everybody is telling us something different. We have heard that parents’ requests are supposedly still possible but only through Washington. We don’t know whether this is true. I’m living in the same house as a Mrs. Aschheim whose daughter is married and lives in Chicago where she runs a thriving candy store. They know a lot in matters of emigration because they are also trying to get their mother to come over. Mrs. A. gave me her address and said you should contact her daughter and mention the mother’s friendship with us. She will be happy to tell you everything that can be done. I’m helping her mother out a lot too. Please write to Lotte Goldsmith, maiden name Aschheim, her address is Lottacandy, 5503 Hyde Park Blvd., Chicago, Illinois. We are still missing form 575 from Washington which certifies your legal entry into the country. In any case, I received advice from an employee of the local American consulate to still have all papers sent to me in spite of the current situation so that I will have everything together in my possession and not have it scattered in many different places. The only possible way now is through Cuba but this is impossible because of the high deposit there. Mrs. Clara Gossmann has left for Cuba today. Alfred paid the deposit. I don’t know how he did it. Frau Aschheim just came by and asked me to tell you to mention to her daughter that your prior name was Schönwald. Her daughter used to be close friends with Ernst Schönwald. Mrs. Aschheim assures me that her daughter will also be of some help to you in Chicago because of the support organization there which handles all requests. I’m anxious to hear what you will be able to accomplish and am waiting for a speedy reply. You can imagine how important this matter is for us. Mrs. Aschheim received a letter from her daughter today saying that parents can indeed send their requests through Washington as long as the parents are alone here which is the case for us.

Stay healthy and warmest regards and kisses, your Vatel.
My dear son!

I am glad that you are well again after your operation. At least now you can be sure not to get an infection in your tonsils again or something similar. That’s very important. We are doing well. It was extremely hot here, over 30 degrees [Celsius] in the shade, and I have been sweating a lot at work. I’m glad to hear that you’ve found such a nice friend in Jennie. Are her parents still alive?

I hope you enjoyed the rest of your vacation. My warmest regards and kisses for you, stay healthy. Yours truly, Muttel