Letter from Curt and Regina Schönwald to Henry Wald, August 18, 1941

Date
August 18, 1941
Format
Category
Subcategory
Repository
George A. Smathers Libraries, University of Florida
Collection
Schönwald Family Correspondence
Bibliographic ID
MSS 0510; https://findingaids.uflib.ufl.edu/repositories/2/resources/1582
Sender(s)
Schönwald, Curt
Schönwald, Regina
Sent from
Berlin, Schöneberg, Germany
Recipient(s)
Wald, Henry
Received at
Lincoln, Nebraska
Letter from Curt and Regina Schönwald to Henry Wald, August 18, 1941
 
Curt Schönwald Berlin-Schöneberg Kolonnenstraße 10/11 Mr. Henry W. Wald 311 North 18th. street Lincoln–Nebraska
Nr. 118
Mein lieber Heinz!

Von Dir Nr. 116 vom 3.8. gestern erhalten. Leider ersehen wir aus dem Inhalt, dass die Aussichten zur Wanderung nach dort sehr trübe sind, aber trotzdem wollen wir beide den Mut nicht sinken lassen. Inzwischen bekam heute Frau Aschheim von ihrer Tochter Goldsmith auch Nachricht, aus der ich entnahm, dass sie von Dir einen Brief bekommen hat und es als selbstverständlich betrachtet Dich in jeder Beziehung auf dem Laufenden zu halten. Wie sie schreibt scheint U.S.A. jetzt alle Wanderungen von hier über Cuba zu leiten und will sie sich in dieser Sache genau informieren. Cuba ist ja eine teure Angelegenheit, leider, aber Alfred Gossmann hat es ja auch geschafft, obgleich er erst ein Jahr dort ist, er hat das Depot nicht von Hans, mit dem er ziemlich auseinander ist. Ich gebe Dir seine Adresse und frage ihn doch bitte an, wie er es gemacht hat. Er wird Dir alles mitteilen, denn ich war seiner Mutter sehr oft gefällig und auch seiner Frau. Adresse ist 562 – 5th Avenue, New York. Nun komme ich zu Deinem anderen Vorschlag, über Lothar zu reisen und war deshalb heute sofort beim Schweizerischen Generalkonsulat, das mir sachlicher und maßgebender als Lothar ist. Zunächst kommt die Ansässigkeit von Lothar in der Schweiz gar nicht in Betracht. Er kann nichts tun als sich beim dortigen amerikanischen Konsulat informieren, wenn unsere Papiere durch Dich dort sein können. Der Weg über die Schweiz ist gangbar und wäre ideal, da es kein Depot, usw. beansprucht, aber die Schweiz verlangt vom amerikanischen Konsulat in der Schweiz eine Bestätigung, dass wir dort das Visum bekommen und gibt dann hier bestimmt das Durchreisevisum. Ohne diese Bestätigung aber keinesfalls. Wie ist diese Bestätigung nun aber zu erreichen? Ein Aufenthalt bei Lothar ohne diese Bestätigung ist ausgeschlossen. Wenn der Konsul in der Schweiz uns bestätigt, natürlich auf Grund von Unterlagen von dort (USA), so bekommen wir auch das spanische und portugiesische Visum, das die Schweiz auch verlangt. Wie mit der Schweiz, so ließe sich das auch mit Lissabon machen, aber dort haben wir ja niemanden. Was Dir Alfred antworten wird, bin ich ja begierig zu hören. Dass Hans Dir bei dem Depot nicht helfen kann, ist bestimmt nur Flunkerei, denn nachdem ich sein Affidavit für seine Tanten gesehen habe, ist er wohl dazu imstande, aber wenn einer nicht will, ist nichts zu machen. Wir erhielten gestern auch einen sehr langen Brief von Brauers, in dem sie auch schreiben, dass sie sich über Deinen Brief sehr gefreut haben. Sie müssen auch sehr schwer arbeiten, aber sind sonst sehr zufrieden. Wir sind alle wohlauf. Hanna bleibt vorläufig bei Lachmanns. Gib uns bitte weiterhin Nachricht, wir tauschen diese immer mit Frau Aschheim aus.

Herzliche Grüße und Küsse, in Liebe, Dein Vatel.
Mein guter Junge!

Wir wissen genau, dass Du nichts unversucht lässt in unserer Angelegenheit und sehen der Sache in Ruhe entgegen, sollte es irgendwie klappen, das wäre ja wunderbar schön, aber wenn nicht, werden wir uns auch in Geduld zu fassen wissen. Auch wir hatten diesen Sommer eine Zeit lang mit 30 Grad, was schon recht unangenehm war, aber das ist ja alles Gewohnheit. Vielen Eltern geht es so wie uns, alle müssen abwarten. Ich bin glücklich, wenn ich von Euch dreien höre, dass Ihr glücklich und zufrieden seid. Ich grüße Dich innigst, bleib gesund,

in inniger Liebe, Deine Dir gute Muttel.
German | English (translation)
Curt Schönwald Berlin-Schöneberg Kolonnenstraße 10/11 Mr. Henry W. Wald 311 North 18th. street Lincoln-Nebraska
No. 118
My dear Heinz!

We received your letter No. 116, dated 8.3., yesterday. Unfortunately, we read that our chances for relocation are slim. We are still going to continue to hope for the best. In the meantime, Mrs. Aschheim has received a letter from her daughter Goldsmith where she writes about getting your letter. She sees it as no problem to keep you up-to-date on all the latest developments. She also writes that the US is rerouting all relocations from here through Cuba and will try to get more detailed information about that. Cuba is very expensive, but, Alfred Gossmann somehow made it happen too even though he has only been over there for a year. He didn’t get the deposit from Hans because they have had a falling out. I will give you his address, please ask him how he was able to accomplish it. He will be forthcoming because I helped out his mother on several occasions and also his wife. His address is 562 5th Avenue, New York. Now, about your other suggestion to go through Lothar. I went to see the Swiss General Consulate in this matter today. This seemed to be a more sensible source than asking Lothar. First of all, Lothar’s domicile in Switzerland is of no consequence. He cannot do anything more than visit the American Consulate to find out when our papers will be there from you. Going through Switzerland is an option and would be ideal because there is no deposit, etc., but Switzerland requires a certification from the American consulate in Switzerland that we will get the visa for there. In this case it will definitely grant a transit visa. But without such an assurance it will not. How can we get the certificate then? It would be impossible to stay with Lothar without it. If the ambassador in Switzerland gives such a certification, based on papers from the US, of course, then we will also get the Spanish and Portuguese visa which Switzerland requires as well. We could handle the affair the same way in Lisbon as we did in Switzerland, but we don’t have anybody located there who could help. I’ll be interested to hear what Alfred has to say. It is probably a lie that Hans cannot help you with the deposit. I know this because I saw his affidavit for his aunts. He is very well able to help us out financially but if he doesn’t want to, then we can’t make him either. We just received a very long letter from Brauers where they write that they enjoyed getting your letter. They have to work really hard but are happy otherwise. We are all doing well. Hanna will stay at Lachmann’s for the time being. Please keep us informed. We always share our information with Mrs. Aschheim.

My warmest regards and kisses, with love, your Vatel.
My dear son!

We know very well that you are doing all you can in this matter and are patiently awaiting any new developments. If it should still all work out, then great, but if not, we will have to be patient a little longer. We also had some 30 degree [Celsius] days this summer which was uncomfortable, but it’s all a matter of conditioning. Many parents are sharing our fate. We all have to wait together. I’m just glad to hear from all three of you that you are happy and satisfied.

My warmest regards, stay healthy, with tender love. Yours truly, Muttel.